Freitag, 9. Dezember 2016

Namibia Teil 2 - Kalahari-Sundowner




Moro, ihr Lieben!

A short English summary of this post:
The next day we continued our journey and went to the Kalahari desert. We would have liked to
 take part in a guided tour of the Bushmen, but unfortunately this did not work. And so we finally 
undertook a Kalahari-Sundowner-Jeep-Safari, which gave us much pleasure and we saw many 
animals. The sunset at the end was breathtaking!
Hugs, Traude


Ein kleiner Vorgriff auf den Abend dieses 2. Namibia-Tages, weils sooo schön war: Sonnenuntergang in der Kalahari


Ein guter Tag beginnt für uns mit einem reichhaltigen Frühstück. Während unserer Namibia-Reise
kamen wir mit zwei Mahlzeiten am Tag aus - wir frühstückten ausgiebig und hielten dann locker bis
zum Abendessen durch. Die Frühstück-Buffets unserer Quartiere waren immer gut bestückt mit Gebäck, 
Käse, Wurst, Eiern, Gemüse, Obst, Müsli, Joghurt, Milch, Honig, Butter, Marmelade, Fruchtsäften, 
Kaffee oder Tee ... Kurz, es fehlte uns an nichts. Im Palmquell frühstückten wir auf dieser hübschen
Terrasse:




Danach begaben wir uns auf die Fahrt in Richtung Mariental; man möchte kaum glauben, dass 
sich eine Ortschaft dieses Namens inmitten der Kalahari befindet - aber genau so ist es. Wie ihr
seht, war diesmal ich an der Reihe als Lenkerin - bei so wenig Verkehr und den noch relativ guten 
Straßen in dieser Gegend war das Fahren keineswegs unangenehm, selbst wenn es auch an 
diesem Tag wieder Paviane an den Fahrbahnrändern gab. Außerdem fielen uns während der
Fahrt Bäume mit zahlreichen runden Nestern auf - um welche Vögel es sich bei den Erbauern
dieser Nester handelt, erzähle ich euch ein Stück weiter unten.
 


 
Nach einiger Zeit sahen wir die ersten roten Sanddünen, die typisch für die Kalahari sind. 
Bei der Kalahari handelt es sich um eine Dornstrauch- oder Trockensavanne, sie kann aber auch als 
Halbwüste bezeichnet werden. Die Niederschlagsmenge ist höher als in "normalen" Wüsten - sie 
beträgt etwa 150-250 mm pro Jahr. (Im Norden der Kalahari kann sie sogar bis 500 mm ansteigen.)
 In dieser relativ unwirtlichen Landschaft leben die San oder Buschleute (auch als Khoi oder 
Khoisan bekannt; Khoi war übrigens der Name, den sie sich selbst gaben). Genetischen Unter-
suchungen zufolge handelt es sich bei den Khoi um die älteste heute noch existierende Menschen-
gruppe. Man kann also sagen, sie sind unsere Wurzeln.


Khoisan, San oder Buschleute - Quelle aller Fotos dieser Collage Wikipedia,  KLICK, KLICK, KLICK und KLICK

 Doch wie so oft, ging die Menschheit auch
hier mit dem Ursprünglichen und Natürlichen nicht gut um. Die Khoi mussten nicht immer in der 
Trockensavanne leben, doch sie wurden von anderen Stämmen und später von europäischen Ein-
wanderern immer wieder verfolgt, verdrängt, getötet - und zogen sich schließlich dorthin zurück, 
wo nur wenige überleben können: in die Kalahri! Den extrem naturverbundenen, nomadisierenden
Buschleuten gelang es, hier zu überleben; sie fanden Wasser und Nahrung, wo man keine erwartet,
sie besaßen das Wissen, wie man Giftpfeile zur Jagd herstellt und welche Pflanzen sich als Medizin
eignen - ich denke, sie waren und sind die letzten großen Überlebenskünstler dieser Erde.

Wir sahen in Namibia einige Menschen mit den typischen Gesichtszügen der Khoisan. Mittlerweile 
gibt es leider nicht mehr viele, die noch das ursprüngliche Leben der Jäger und Sammler führen -
aber einige gibt es nach wie vor. Und einige andere versuchen zumindest, ein weitgehend natürliches 
Leben am Rande der Zivilisation zu führen und etwas von ihrem Wissen an Interessierte weiter-
zugeben.

Mich faszinieren diese Menschen spätestens seit ich in den 1980ern den preigekrönten und
zugleich lustigen wie lehrreichen Film Die Götter müssen verrückt sein sah - kennt ihr den?
  Und sowohl mein Mann als auch ich mochten den vierteiligen Roman Otherland von Tad Williams, 
in dem der noch junge, aber mit der Weisheit seines Volkes ausgestattete Buschmann !Xabbu einer 
der Hauptcharaktere ist.





Sehr gern hätten wir auch im richtigen Leben Khoisan kennengelernt, und
 da in einem unserer Reiseführer zu lesen stand, dass man im Intu Afrika Kalahari Game Reserve 
 (ebenfalls nahe Mariental) die Möglichkeit hat, an Buschmann-Führungen teilzunehmen, machten 
wir den Umweg über eine laaaaaange und breite Sandstraße zu diesem Ort. Leider mussten wir am
Tor erfahren, dass diese Möglichkeit nur für Übernachtungsgäste der Lodge besteht (so stand das
nicht im Buch!).

Unser Quartier war längst schon in einer anderen Lodge bestellt (unser Reisebüro hat all unsere
Unterkünfte im Voraus gebucht), hier einzuchecken kam somit nicht in Frage, und all unsere
Überredungsversuche, dennoch an solch einer Führung teilnehmen zu können, waren zwecklos.
Den Weg könnt ihr euch also sparen, wenn ihr dort kein Zimmer habt...

Zugegebenermaßen war das eine enttäuschende Erfahrung. Doch wir lassen uns nicht gern unseren 
Urlaub durch Frust verderben. Es hatte nicht sein sollen, dann würde eben etwas Anderes kommen. 
Und es kam etwas Anderes.

 


Wir fuhren weiter - zu unserem Quartier, der Kalahari Anib Lodge Mariental - und wurden dort
gleich von einem hübschen, strahlenden Lächeln begrüßt (siehe obere Collage). Die Anlage und die 
Zimmer fanden wir auch sehr schön - wenngleich der grüne Rasen inmitten der Halbwüste ver-
mutlich sehr wasser- und pflegeintensiv ist. Die einzelnen Apartements trugen jeweils die Namen 
von Wildtieren Namibias - unseres war der Caracal, eine grazile Wildkatze. Außerdem sahen wir 
originelle Ideen mit Kupferrohren: Sowohl die Aufhängung für das Moskitonetz beim Bett als auch 
die Stangen für die Badetücher und WC-Papier-Rollen waren kreativ aus diesem Material 
zusammengeschweißt.


 


Jetzt kommen wiedermal ein paar eingestreute Outfit-Fotos: Sowohl von dem
luftigen Shirt in Beige als auch von dem korallenroten Top darunter und der safarigrünen Hose
habe ich mich im Lauf der Reise getrennt. Keines der Kleidungsstücke war kaputt oder "schlecht",
und als Urlaubsklamotten fand ich daran auch nichts auszusetzen, aber im Alltag habe ich nichts
davon im letzten Jahr getragen. Und ich glaube, auch nicht im vorletzten Jahr ;-) Deshalb wurde
es bald Zeit, die Sachen an Menschen weiterzugeben, die sie eher brauchen können als ich.
 

U.a. seht ihr in dieser Collage unten Köcherbäume; sie waren leider die einzigen, die wir in Namibia fotografieren konnten.
 Hauptsächlich trifft man diese Bäume weiter südlich an; einen sahen wir auch noch während der Fahrt vom Auto aus, haben
 ihn aber nicht auf Bild gebannt.


Sofort nach unserer Ankunft riss ich mir die Kleider allerdings vom Leib, um einen der beiden
Pools der Lodge zu nützen. Zur mehrfachen "Lebensretterin" wurde ich bei der Gelegenheit auch 
gleich, denn ein paar Libellen und andere Insekten trieben hilflos im Chlorwasser. Ich setzte sie ans 
Ufer und die meisten von ihnen haben sich wieder erholt. Herr Rostrose zog es vor, mit der Kamera
durch die Anlage zu streunen und ein paar Eindrücke für euch und uns einzufangen.




Und dann war es an der Zeit für unser "animalisches Ersatzprogramm": Anstelle der Khoisan-
Führung nahmen wir an einer (von unserer Lodge angebotenen) Kalahari-Sundowner-Fahrt teil -
und die hat großen Spaß gemacht!

Von solch kleinen Erdhörnchen wie dem da unten sahen wir gleich zu Beginn mehrere. Der
aufgestellte fächerartige Schweif dient dem Hörnchen übrigens als eine Art "Sonnenschirm". Herr
Rostrose und ich wechselten uns während der Reise mit den Objektiven ab - an diesem Tag war ich
mit dem großen Tele dran, deshalb war ich auch zuständig fürs "Nah-Heranholen" von Motiven.
(Solltet ihr meine Geschichte vom "Monsterobjektiv" noch nicht kennen, könnt ihr sie HIER
nachlesen.)


Unser Guide Stefanie, Edi - lässig am Jeep, Frau Rostrose - abenteuerlustig, Erdhörnchen - mampfend


Aber manchmal ist es auch schön, wenn man den großen Überblick zeigt - das wiederum ging
mit dem Allround-Objektiv besser. Und auch die Vogelnester (ein Stück weiter unten) ließen sich
 aus dem Jeep einfacher mit dem "kleinen Tele" fotografieren.


Springböcke in der Kalahari


Nester wie diese sahen wir überall in Namibia. Sowohl die "Einfamilien-Nester" als auch die großen
Gemeinschaftsnester ("Sozialer Wohnbau") werden von Webervögeln (auch Widahfinken) angefertigt.
Wenn ihr auf den Link klickt, könnt ihr mehr über diese artenreiche Familie aus der Ordnung der Sperlings-
vögel und ihren kunstvollen Nestbau erfahren. Die Gemeinschaftsnester werden übrigens von den
Siedelwebern oder auch von den Büffelwebern aus trockenem Gras angelegt - und zwar nicht nur auf
Bäumen, sondern z.B. auch auf Telefonmasten (was manchmal nicht unproblematisch ist...)




In der oberen Collage könnt ihr außer den Nestern auch noch Termitenbauten sehen (einen davon
unter einem Kameldornbaum, in dem sich Webervogelnester befinden, einen weiteren frei stehend);
diese Termitenhügel sind teilweise mannshoch oder höher. Unsere Fahrerin und Führerin Stefanie
(die perfektes Deutsch sprach, obwohl ihre Familie schon seit fünf Generationen in Namibia lebt)
 erklärte uns, dass sie häufig gefragt würde, ob diese vielen Termiten denn nicht ein Problem wären
 - doch da es zahlreiche Tiere gibt, die sich von Termiten ernähren, haben diese durchaus eine
Existenzberechtigung.

Ebenfalls in der oberen Collage links unten seht ihr das Geäst und die Früchte eines sogenannten
Stinkenden Hirtenbaumes (auch Stinkbusch). Seine wenig schmeichelhaften Namen verdankt er
der Tatsache, dass er in seiner Hauptblütezeit (September bis Oktober) nach Fäkalien "duftende"
Blüten trägt, um Insekten zur Bestäubung anzulocken, doch für die Tiere und Menschen in der
Region ist dieser zu den Kaperngewächsen zählende Busch sehr wichtig: Sowohl die Wurzeln als
auch die Früchte sind essbar; wenn man die Wurzeln in Milch einlegt, entsteht daraus nahrhafte
Dickmilch; die Blätter werden von den Khoisan als Heilmittel gegen Bauchschmerzen verwendet.




Oben: Bei unserer Kalahari-Fahrt sahen wir zahlreiche Strauße; die mit dem schwarzen Gefieder 
sind die Männchen, die mit dem braunen die Weibchen. Und ja, sie können wirklich ganz schön
schnell rennen, wenn sie wollen...

Unten: Auch Streifengnus bekamen wir zu sehen. In der unteren Collage zeige ich euch mal 
wieder zunächst eine Aufnahme mit dem kleineren und dann mit dem größeren Tele - beide aus
derselben Distanz fotografiert. Und Stefanie erzählte uns die nette "Entstehungsgeschichte" der 
Gnus - denn als Gott die Tiere erschuf, blieben ihm schließlich nur Reste übrig, die nicht 
zusammenpassten. Dem Gnu war das egal, und so baute Gott aus Büffelhörnern, Elchschädel, 
Ziegenbart, Wildschweinschnauze, dem Nacken einer Hyäne, Zebrakörper, Pfedeschweif und 
Antilopenbeinen dieses Tier zusammen, das seither in den Savannen Afrikas weidet und dabei
ein wenig seltsam aussieht...




Hier unten seht ihr zwei weitere Vertreter der Antilopengattung - auf den größeren Fotos der
Collage eine Elenantilope, auf den kleineren "Schattenriss-Bildern" ein Kudu. Diese beiden 
sind die größten bekannten Antilopenarten.




In der nächsten Collage zeige ich euch - neben Straußenvögeln - noch eine weitere Antilopenart:
Oryxe aus der Unterfamilie der Pferdeböcke sind leicht an ihren schwarz-weißen Gesichtsmasken
und den spießartigen Hörnern (Oryx = griechisch für „spitzes Werkzeug“) zu erkennen. Sie sind
auf sehr interessante Weise an das Leben im heißen Wüstenklima angepasst - mehr darüber könnt
 ihr HIER lesen.




Dann wurde es Zeit, sich mit den anderen Jeeps auf einem Hügel zu versammeln, von wo aus wir
den (atemberaubenden) Sonnenuntergang beobachten bzw. fotografieren konnten. Bis es so weit
war, mixten uns die drei Männer von rechts unten erfrischende oder auch alkoholische Getränke - ich
 entschied mich für einen Kalahari Sundowner, der ziemlich viel Gin und auch sonst noch allerhand 
Alkohöllisches enthielt, aber wunderhübsch der allgemeinen Farbstimmung angepasst war. Außer-
dem schmeckte er lecker 😊😉 ... Die Kamera konnte ich trotzdem noch gerade halten - mein
Göttergatte hat mich zum Beweis fotografiert - mal mit dem monster-großen Objektiv (mit dem
übrigens die drei Fotos in der "Einleitungs-Collage" entstanden sind) und mal mit dem kleineren.




Die folgenden Sonnenuntergänge wurden auch mit dem "Kleinen" fotografiert, stammen aber
von Herrn Rostrose. Die Stimmung war einfach traumhaft und wir waren froh, an dieser Fahrt, 
bei der es so viel Schönes zu sehen und zu erleben gab, teilgenommen zu haben.




Trotzdem freuten wir uns dann auch schon sehr auf das Abendessen in unserer Lodge - es gab dort
ein reichhaltiges Buffet mit exotischen und auch vertrauten Köstlichkeiten - wir probierten uns durch
eine möglichst große Palette durch - von Lasagne über Wild-Gulasch bis zu Gemüseeintopf - und
stellten einhellig fest, dass wir die Künste der namibischen Köche bisher ausgesprochen appetit-
anregend und erquicklich fanden (und daran änderte sich bis zum Ende unseres Urlaubes nichts.)
Bald darauf kletterten wir müde in unser "Moskitonetz-Himmelbett", lasen noch ein bisschen und
träumten uns dann einem weiteren schönen Urlaubstag entgegen. (Moskitos störten uns dabei
übrigens keine; die Netze erfüllen in der trockenen Zeit vor allem dekorative Zwecke ;-))






Herzlichen Dank 
für euer Interesse an meinem Reisebericht und auch für eure lieben Kommentare 
zu meinem vorigen Post, in dem es unter anderem um ein Bloggertreffen mit dem lieben Tatjana-
Reserl, um Katzen, Mäuse und um Schokolade ging! Demnächst geht es wieder mit Namibia-
Schilderungen weiter, doch als nächstes kommt mal wieder ein neuer Beitrag zu  
(Der letzte für heuer - aber keineswegs der letzte ANL-Beitrag überhaupt ...)

(ACHTUNG: Mit A NEW LIFE geht es übrigens aus besonderem Anlass diesmal schon ab 
14. Dezember weiter - denn es wird ein vorweihnachtliches GIVEAWAY geben! Ich hoffe, ihr seid 
dort dann auch wieder dabei!!!)  

Ich verlinke  diesen Beitrag bei Sunnys Um Kopf und Kragen sowie bei ihrem Schmuckkistl, bei 
Tinas Freitagsoutfit,  bei Sabines Aktion Outfit des Monats sowie bei Elas Schrankmonstern. 
Und ich verlinke dieses Posting (u.a. wegen der nachhaltig genutzten Reisekleidung) auch bei ANL.


Fotos: Herr und Frau Rostrose
Alles Liebe von eurer reiselustigen
Traude


Klicks zu den einzelnen Kapiteln des Reiseberichtes (wird regelmäßig aktualisiert):
Einleitung - Out of Africa
Namibia Teil 1 - Aufbruch nach Afrika und Ankunft in Windhoek
Namibia Teil 2 - Kalahari-Sundowner


Sonntag, 4. Dezember 2016

Bloggertreffen mit Katzen, Mäusen und Schokolade

Servus Ihr Lieben,


A short English summary of this post:
Today I want to tell you about a meeting with my German blogfriend Tatjana in the Viennese 
"cat-café" NEKO. And I want to show you some more outfits in chocolate-colours for Ines Meyrose's 
blogparade called "Chocolate to get dressed" - and an outfit in winter-colors for "Outfit of the 
Month".
Hugs, Traude


Könnt ihr euch noch an das Bloggertreffen inklusive "Modeshooting" mit Beate in Wien erinnern, 
über das ich euch im Oktober 2015 erzählt habe? Wenn nicht, klickt bitte HIER. Im November 
2016 wurde die Wiener Innenstadt nun einmal mehr Schauplatz eines deutsch-österreichischen 
Bloggertreffens.

 Diesmal gab's im Rahmen des Bloggertreffens jedoch kein Outfit-Shooting, denn Tatjana, 
die viele von euch auch als "Reserl" vom Blog Resis weiße Welt kennen, sieht lieber Katzenbilder
im Internet als Fotos von sich selbst. Und unser Treffpunkt bot dazu durchaus geeignete Motive,
da die Begegnung von Tatjana, ihrer Freundin Marianne und mir im ersten Wiener Katzen-Café 
NEKO stattfand. (Was Tatjana in Wien noch alles erlebt hat, könnt ihr HIER in ihrem Blog
ansehen und nachlesen.)




Unten könnt ihr euch im Uhrzeigersinn ein paar Fotos aus dem Café Neko ansehen - das erste 
Bild zeigt einen Blick ins Kaffeehaus, an den Wänden gibt es schöne Portraits der fünf derzeit
dort lebenden Katzen zu sehen und im Vordergrund steht auch gleich eine davon: die Tigerkatze
Kurumi. Bei den beiden nächsten Miezen könnte man auf den ersten Blick glauben, man hat 
unsere zwei Mitbewohner Maxwell und Nina vor sich. Doch der rote Bub im Café Neko heißt
Thomas und das schwarze Mädchen (das genauso grantig dreinschauen kann wie unsere Nina)
heißt Sonia. Der schöne langhaarige Bursche in rot ist Moritz und der in weiß oder beige heißt
Luca. Und wer im Café Neko einen Cappuccino bestellt, bekommt auf seinen Milchschaum 
solch ein hübsches Katzengesicht aus Schokosauce gemalt:




Womit wir auch gleich wieder beim Thema Schokolade - 
oder genauer gesagt Schokolade zum Anziehen - wären. (Mehr dazu in meinem vorvorigen Post
- KLICK.) Die Blogparade von Ines Meyrose läuft noch bis zum 11. Dezember, weshalb ich mich
auch bei meinem Bloggertreffen mit Tatjana in Brauntöne gehüllt habe - diesmal im Mix mit 
Lilanuancen. Daheim probierte ich sicherheitshalber aus, ob Katzen den Look anziehend finden, 
und Maxwell zeigte mir laut schnurrend, dass er davon durchaus angetan war 😻😸😽 ...




Hier unten nochmal ein kurzer Blick auf einige der Kaffehaus-Katzen - und auf ihr "Frauli",
Takako Ishimitsu, die (genau wie die Katzen-Café-Idee) aus Japan stammt. Wenn ihr mehr über
die Frau, das Café und die Idee dahinter wissen wollt, könnt ihr HIER das Interview mit Frau
Takako Ishimitsu lesen. Die Katzen kommen allesamt aus dem Wiener Tierschutzhaus und haben
 kein leichtes Leben hinter sich. Die Streicheleinheiten, die sie im Café Neko bekommen können, 
wenn sie wollen, genießen sie daher umso mehr. Nur die schwarze Sonia lasst sich nicht so gern
streicheln - sie ist sehr auf ihr Frauli fixiert. Gegen Ende zu saß sie allerdings bei uns - eine
Zeitlang auf Mariannes Knien und eine Weile quetschte sie sich auch zwischen Tatjanas Rücken
 und die Rückenlehne 😼




Was ihr in der oberen Collage auch noch sehen könnt - rechts, das zweite Foto von oben - ist eine 
Vanille-Katze, die sich Tatjana gegönnt hat. Und links seht ihr Moritz, der neugierig in meine Tasche
hineinschnüffelt - das hat mit schönen Geschenken zu tun, die das liebe Reserl für meine beiden Miezen 
und meine Enkelkatzen mitgebracht hat und die für Katzennasen äußerst verführerisch duften. *) 
Welche Geschenke das sind, zeige ich euch ein Stück weiter unten - zuerst einmal sind noch zwei
"schokoladige Outfits" dran, die ich unlängst im Büro trug. 

*) Die Café-Neko-Katzen bekamen von Tatjana zwar ebensolche "Duft-Geschenke", aber ihr wisst wohl wie das ist - 
die Kirschen aus Nachbars Garten schmecken ja immer besser als die eigenen 😉




Hier oben mal wieder ganz bequem in meiner braunen Stretchhose, der geblümten braunen
Bluse, die ihr von HIER kennt, einem schlichten T-Shirt und meinem Tuch von HIER. Und 
dazu zwei Ketten aus Naturmaterialien - die eine in braun-weiß habe ich in letzter Zeit recht
häufig und gern getragen - im Outfit unten seht ihr sie ebenfalls wieder. Hier habe ich schoko-
braun mit meinem türkis- oder petrolfarbigen Kleid gemixt, das ihr von HIER kennt - diese
Farbkombination mag ich besonders gerne (auch wenn hier wieder das braune Rollkragen-
"Schrankmonster" mit dabei ist, das ihr vom vorletzen Post schon kennt... Naja, irgendwann
werden wieder wärmere Zeiten kommen, dann geh ich wieder tiefer ausgeschnitten 😉...)




Nun will ich euch aber endlich Tatjanas Katzengeschenke zeigen. Wer ihren Blog kennt,
weiß auch, dass sie wunderbare "Stinkermäuse" anfertigt, die mit Baldrian gefüllt sind. Dieser
Geruch wird von Katzen geliebt und animiert sie zum Spielen, während ihn Menschen zumeist
eher unangenehm finden. Aber wenn die Katzen soooo glücklich sind wie z.B. hier unten meine
lieben Enkel-Katzen Yommee (schwarz) und Chiller (grau getigert) - also die Miezen meiner
Tochter Jana - dann nimmt man ja gern eine stinkende Bude in Kauf 😊😋😌 


video



In der Collage unten
nochmal eine schwarze Katze, aber diesmal ist es unsere Nina - und wie ihr seht, liebt auch
sie ihr Mausi so sehr, dass sie es ständig abschnüffeln, ablecken, in die Luft werfen und wieder
abschnüffeln und ablecken muss...





Tatjana-Reserl kann übrigens nicht nur Mäuse häkeln, sondern z.B. auch Elchköpfe (siehe großes 
Foto links oben). Der Weihnachtsmann-Anhänger rechts oben duftet zum Glück nicht nach Baldrian,
denn er ist für mich und nicht für die Katzen 😉. Hier unten gibt's noch ein (leider sehr dunkles)
Filmchen von Maxwell mitsamt Stinkermaus:


video



Liebes "Reserl", dank dir nochmal ganz HERZLICH für die entzückenden Mausis & Co! (Ein
süßes Windlicht mit "Katzenringelspiel" hat mir Tatjana auch noch geschenkt, aber das Foto ist leider
nichts geworden.) Ich hab mich sehr über das Treffen mit dir und Marianne im Café Neko gefreut und
hoffe, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft wiedermal etwas miteinander unternehmen können,
wo auch immer es sich ergibt - entweder in D oder in Ö 😊 


 

Nun noch kurz zu etwas ganz anderem - denn bei Ines Meyrose läuft ja nicht nur die schoko-
ladige Blogparade, sondern auch ihr allmonatliches Mode-Linkup. Im Dezember lautet ihr Thema
 Winterfarben - Farben der Natur passend zur Jahreszeit – kalendarisch oder zum Farbtyp.

Wenn man sich in den verschiedenen Typberatungsseiten - z.B. HIER - durchliest, welche Haut- 
und Haar-Eigenschaften der Wintertyp besitzt, wird klar, dass ich mit meinen rostroten Haaren und
Sommersprossen weit weg von diesem Typus bin. Und auch die Wintertyp-Farbpalette wirkt auf den
ersten Blick keineswegs so, als wären da Farben für mich dabei:


via

   "Er ist der einzige Farbtyp, der ein tiefes Schwarz und ein hartes Weiß tragen kann", heißt es 
hier unter anderem. Und weiter: "In der roten Winter-Farbpalette findet man die Farben: kühles 
Rot, Pink und leuchtendes Rot. In der grün-blauen Winter-Farbpalette findet man die Farben: 
Smaragd, kaltes Türkis, Königsblau, Eisblau, Royalblau und Pflaume. Weitere Winterfarben 
sind Kanariengelb, Anthrazit und Lila."

Nun bin ich aber ein Mensch, der gern selber nachsieht, ob etwas zu mir und meinem Leben passt
- ich lasse mir weder Ideologien noch Farben aufs Auge drücken - und ich lasse mir auch nicht gern
eine Farbe "wegnehmen". Wenn ich etwas gut leiden kann und tragen will, dann helfen sämtliche 
Farbpaletten dieser Welt nichts: Ich liebe schwarz und seit einiger Zeit mag ich auch blau sehr
gern - und ich trag' das dann einfach - basta!

Es gibt da oben gewiss einige Farben, die mir 
absolut nicht passen - und zu denen fühle ich mich auch nicht hingezogen. Doch seht euch mal mein 
Ensemble hier unten an: Selbst wenn die darin enthaltenen Farbtöne sich allesamt in der Wintertyp-
Pallette finden und weder der Blauton noch Schwarz in der Herbsttyp-Farbpalette vorkommen, bin
ich davon überzeugt, dass ich diese Farben sehr gut tragen kann. Was meint ihr?




 Weil das Muster des Des*gual-Kleides ein bisserl "jugendstilig" wirkt, und der Weltladen-
Gürtel dazu ein spannendes Kontrastmuster bietet, wie es auch Herr Klimt in seinen Bildern gerne
malte, bin ich hier außerdem nochmal beim Midlife Fun Bloghop Inspired by Art of Gustav Klimt
dabei. 


via, via, via


Bei Ines Meyroses Modejahr 2016 mache ich wie gesagt ebenfalls mit, außerdem noch bei 
Sunnys Um Kopf und Kragen sowie bei ihrem Schmuckkistl, bei Tinas Freitagsoutfit, 
nachhaltig genützten Kleidung bei meiner eigenen Aktion A New Life. Ich freue mich natürlich 
sehr, wenn auch ihr wieder eifrig umweltfreundliche, die Welt auf diese oder jene Weise besser 
machende Beiträge aller Art bei ANL verlinkt!
Mehr über meine Linkup-Aktion HIER.


Zum Schluss danke ich euch noch sehr für eure lieben Nachrichten zum 1. Teil meines
Namibia-Reiseberichtes. Teil 2 wird am 9. Dezember erscheinen .... und das nächste Linkup
von A NEW LIFE kommt diesmal ausnahmsweise bereits am 14. Dezember (und es
wird da auch eine kleine Überraschung geben). Also - auf ein hoffentlich baldiges
Wiedersehen bzw. Wiederlesen!


Alles Liebe von eurer Traude

Mittwoch, 30. November 2016

Namibia Teil 1 - Aufbruch nach Afrika und Ankunft in Windhoek

Moro*), ihr Lieben!



*) Ich habe mir sagen lassen, dass Moro oder Moro Moro eine Begrüßung in Afrikaans ist, 
die in Namibia gern verwendet wird.



A short English summary of this post:
Today I start my Africa-travel-report. Our first stop was Namibia's capital Windhoek, where we 
visited Joe's Beer House to have some food, then visited some sights in the city center. Since we were 
tired of the long flight, our program on this first day was still very "gentle"...
Hugs, Traude


Christuskirche in Windhoek, Blütenpracht und Giraffen-Vorfreude-Shirt :o)


Heute geht es los mit meinem Reisebericht. Wer gerne noch die Einleitung lesen will, 
wo unter anderem auch die Landkarte mit unserer Route zu sehen ist, klickt bitte HIER

Die drei unteren Fotos entstanden vor dem Abflug auf dem Flughafen - ich glaube, mir ist die 
Vorfreude gut anzusehen. Aus lauter Afrika-Lust hatte ich mir schon mal vorweg mein Shirt mit 
dem Giraffenmuster angezogen. (Da das Muster schokoladebraun ist, darf dieser Post auch wieder 
bei Ines Meyroses Blogparade Schokolade zum Anziehen mit dabei sein.) Wie ich euch HIER 
erzählte, bestand meine Reisegarderobe aus vielen Shirts und ein paar Hosen und Röcken, von 
welchen ich mich unterwegs trennen wollte, doch das Giraffenshirt und auch die schwarze Stretch-
hose zählten nicht zu diesen Kleidungsstücken. Beide trage ich seit vielen Jahren gerne - sie sind 
pflegeleicht, gut zu kombinieren, ich gefalle mir darin - und mit dem Shirt verbinde ich außerdem 
noch ein wunderschönes Erlebnis. In erster Linie geht es mir bei langen Flugreisen aber um 
Bequemlichkeit - und auch in diesem Punkt sind diese beiden Kleidungsstücke Top!

 



 Die Fliegerei von Wien nach Windhoek war ein bisserl mühsam - zunächst mal etwa 45 Minuten
von Wien nach München. Dann ein rund elf Stunden langer Nachtflug von München nach Johannes-
burg. (Ich habe mir nach dem Bord-Abendessen den süßen Film "Findet Dorie" angesehen - ich mag
vor allem in Flugzeugen gern witzige Filme, bei denen ich nicht viel zu denken brauche 😉) und da-
nach versucht, zu schlafen, aber leider konnte ich bestenfalls dösen.) Dann noch zwei Stunden nach
Windhoek (sprich: Windhuk) - und dann gleich mit dem Leihwagen, den ich euch neulich gezeigt 
habe, vom Flugplatz zu unserem ersten Quartier.

 


Oben: Namibias Hauptstadt Windhoek liegt auf etwa 1.700 m Seehöhe im Hochland von Khomas.
Auf dem Weg zu unserem Quartier war dies die erste Landschaft, die wir in Namibia sahen. Die Fahrt
war nicht ganz stressfrei, denn auf den Fahrbahnen liefen teilweise Paviane herum, und die Tatsache,
dass der Blinkerhebel an der anderen Seite des Lenkrades angebracht war als bei uns daheim (und -
soweit wir uns erinnerten - selbst in anderen Ländern mit Linksverkehr), führte zu mehreren etwas
hysterischen Lachanfällen, weil Edi beim Abbiegen ständig den Scheibenwischer betätigte 😅... Aber
keine Sorge, viele Kurven gab es eh nicht. Und Edi war nicht der einzige Fahrer während dieser
Reise - als dann ich an die Reihe kam, ging's mir genauso wie ihm 😜...

Unten ist dann unsere erste namibische Unterkunft zu sehen - die Hotel Pension Palmquell. Hier
erhielten wir gleich mal deutliche Hinweise darauf, dass Namibia ein trockenes Land ist: Erstens
stand es auf einem Schild im Badezimmer - mit dem Ersuchen, Wasser zu sparen - zweitens erzählte
uns die ursprünglich aus der Steiermark stammende und seit ca. 45 Jahren in Namibia lebende
Leiterin der Pension *), dass es schon lange nicht mehr ausreichend geregnet hatte, weshalb z.B. die
Granatäpfel in ihrem Garten noch vor der Reife aufplatzen und verderben würden. Auch die Wiese
sah sehr trocken aus, der Jacarandabaum und die Bougainvilleas blühten aber prachtvoll.

*) HIER könnt ihr mehr über die Palmquell-Besitzer und ihre interessante Geschichte lesen.




Nachdem wir uns - wassersparend, aber doch - erfrischt und umgezogen hatten, machten wir uns auf
den Weg, um zunächst etwas zu essen und uns dann ein bisserl in Windhoek umzusehen. Von beiden
Kleidungsstücken, die ihr hier unten seht, habe ich mich übrigens im Lauf der Reise getrennt, aber
noch nicht gleich. An diesem Nachmittag und Abend durfen sie sogar sowas Ähnliches wie
"Feinmach-Klamotten" spielen, weil wir essen gingen - und deshalb verlinke ich den Post auch bei  
Ines Meyroses Modejahr 2016, denn da lautet das Novemberthema "Fein gemacht".




Unser erstes Ziel war Joe's Beer House, eine Windhoeker "Institution", die bereits im Jahr
1990 von einem Deutschen gegründet wurde. Unten seht ihr ein paar Fotos des originellen Lokals
mit großem Gastgarten, weitere Bilder könnt ihr euch in der Bildergalerie der Homepage ansehen.
Und mehr zur Geschichte des bekanntesten Speiselokals von Windhoek könnt ihr HIER lesen.




Hier gab's nicht nur einen verschlafenen Kater zum Streicheln (er pennte in einem großen Blumen-
topf), sondern auch witzige Deko und schmackhaftes Essen. Ich fand vor allem den Mix zwischen
traditionell afrikanischen und deutschen Speisen dort sehr ansprechend. (Man bekommt dort z.B.
Eisbein - aber nicht, um Touristen, die sich vor fremden Ernährungsgewohnheiten fürchten, zu
befriedigen - Motto "Hier können sie futtern wie bei Muttern" - sondern einfach weil es zur Geschichte
Namibias gehört.) Manches "Deutsche" ist für uns Österreicher übrigens durchaus auch "exotisch".

Zum Beispiel unterscheiden sich (nord- und mittel-)deutsche und österreichische Jägerschnitzel durch ein wesentliches 
Detail: In Deutschland sind die Schnitzel paniert. (Ich weiß nicht, ob alle und immer, aber dort, wo ich gewesen bin, waren
sie's.) In Österreich hingegen haben nur Wiener Schnitzel, Cordon bleu und Pariser Schnitzel eine Panade - die vom 
"Pariser" besteht nur aus Ei und Mehl, die vom "Wiener" aus Mehl, Ei und Semmelbröseln - und niemand käme in Wien 
und Umland auf die Idee, Sauce darüber zu geben. Selbst Ketchup zum "Wiener" gilt in manchen Kreisen als Sakrileg; 
Jägerschnitzel werden bei uns ausschließlich als Naturschnitzel zubereitet. Aber ich bin ja "weltoffen" und habe schon bei 
unserem Kurzurlaub in der Sächsischen Schweiz Schnitzel mit Tunke gekostet. Und wenn man kein sturer österreichischer 
Schnitzel-Purist ist, muss man zugeben, dass das gar nicht übel schmeckt. Anders, aber eben keineswegs schlecht. 




Und so blieb ich also auch in Namibia bei meiner Weltoffenheit und gönnte mir dort "Joe's Jäger-
schnitzel", ein (paniertes) Oryxschnitzel mit cremiger Pilzsauce und Spätzle. (Oryx ist eine Antilopen-
art. Generell wird in Namibia sehr viel Fleisch von Kudus, Springböcken und anderen Wildtieren
angeboten; diese Tiere werden zumeist frei lebend auf weitem Farmland gehalten; sie vermehren sich
mangels Fressfeinden sehr gut und geben ein köstliches, gesundes Fleisch fernab jeder Massentier-
haltung.)

Edi bestellte für sich Devil's Pork Ribs (also scharfe Schweinerippen), weil er IMMER sofort auf
alles anspringt, was "Devil", "Arrabiata" oder "Hot" im Namen hat - aber letztendlich waren ihm
die Ripperl nicht teuflisch genug 😉...




Danach ging's weiter in jene "Ecke" Windhoeks, in der sich die meisten Sehenswürdigkeiten der
Stadt befinden. Oben seht ihr z.B. auf dem großen Bild die evangelisch-lutherische Christuskirche
aus dem Jahr 1910. Die schönen Blüten, die ihr in der oberen und nächsten Collage seht, befinden
sich im nahe der Kirche gelegenen Parlamentsgarten.

Der Mann, den ihr auf dem Foto unten links mit mir seht, sprach uns in perfektem Deutsch an - er
war eines jener DDR-Kinder von Namibia, die ich letztens kurz erwähnt habe: Sie wurden Ende der
1970er-Jahre nach Berlin gebracht und sollten im sozialistischen Deutschland zur 'neuen Elite' des
unabhängigen Namibias herangezogen werden. Als die Berliner Mauer fiel, wurden die jungen
Menschen unvermittelt wieder nach Namibia zurückgebracht - in ein Land, das nie wirklich ihre
Heimat gewesen war. Manche von ihnen fühlen sich auch heute noch durch den Kulturschock
entwurzelt und leben davon, deutschsprachige Touristen anzusprechen - und anzuschnorren. Man
kann aber auch sehr interessante Unterhaltungen mit diesen Menschen führen und sich ihre
Geschichte erzählen lassen, und das haben wir getan. (Klickt bitte auf den obigen Link, wenn ihr
mehr über die Hintergründe wissen wollt.)




Das moderne, goldene Gebäude, das ihr hier unten seht, ist das Unabhängigkeits-Gedenkmuseum,
es steht unmttelbar hinter der Christuskirche und stellt optisch einen ziemlich heftigen Kontrast dar.
Die Statue vor dem Gedenkmuseum zeigt Sam Nujoma, den (keineswegs unumstrittenen) „Gründungs-
vater der namibischen Nation“. Ich verspürte keine Lust, mit der Statue zu kuscheln, zu diesem Zweck
 wählte ich lieber einen alten Baum im Parlamentsgarten aus.




Hier unten seht ihr ein weiteres Denkmal, das gleich neben dem Unabhängigkeits-Gedenkmuseum
steht, und zwar vor der Alten Feste - dort, wo früher etwa hundert Jahre lang das Reiterdenkmal
stand, das an die Kolonialkriege des deutschen Kaiserreichs gegen die Herero und Nama von 1903
bis 1907 in Deutsch-Südwestafrika erinnerte... - oder genauer gesagt "an die tapferen deutschen 
Krieger, welche fuer Kaiser und Reich zur Errettung und Erhaltung dieses Landes waehrend des 
Herero- und Hottentottenaufstandes 1903 bis 1907 und waehrend der Kalahari-Expedition 1908 
ihr Leben ließen." (Quelle: Wikipedia)

Dass solch ein Symbol den Vertretern der SWAPO - der aktuellen namibischen Regierungspartei -
missfällt und sie es so nicht stehen lassen wollten, leuchtet ein. Das Reiterdenkmal wurde also durch
ein Monument ersetzt, das zwar auch an die oben erwähnten Kolonialkriege erinnert, allerdings aus
der gegenteiligen Pespektive: Hier sieht man nun ein Paar, das symbolisch Ketten sprengt; darunter
die Inschrift Their Blood Waters our Freedom - "Ihr Blut bewässert unsere Freiheit" - und zwei 
Reliefs im Sockel des "Genozid-Mahnmals" sollen an die Opfer des seinerzeitigen Völkermordes
 erinnern.


Im Uhrzeigersinn: Genozid-Mahnmal, Tintenpalast, Alte Feste, Tintenpalast mit Palamentsgarten im Vordergrund, nochmals 
das Mahnmal ... und ein paar Rosen


"Tintenpalast" ist der Spottname des Windhoeker Parlamentsgebäudes. Für eine Besichtigung
waren wir an diesem Nachmittag schon zu spät dran, außerdem fühlten wir uns nach der letzten
(durchwachten) Nacht im Flugzeug auch nicht sehr fit und aufnahmefähig. Wir begnügten uns also
damit, ein bisserl im Parlamentsgarten herumzustreunen und den dortigen Hochzeitsshootings
zuzusehen (bzw. mitzushooten), dann begaben wir uns wieder in unser Quartier zurück, um uns
 auszuruhen. Immerhin würden wir am nächsten Tag schon die Kalahari kennenlernen! Da erst
landeten wir also im "richtigen" Afrika - und darüber werde ich euch im nächsten Teil
meines Reiseberichtes erzählen.

Außer bei den oben genannten Linkparties verlinke ich diesen Beitrag noch bei Sunnys Um Kopf und Kragen sowie bei 
ihrem Schmuckkistl, bei Tinas Freitagsoutfit,  bei Sabines Aktion Outfit des Monats sowie bei Elas Schrankmonstern.
Und ich verlinke dieses Posting (u.a. wegen der nachhaltig genutzten Reisekleidung) bei ANL.


Fotos: Herr und Frau Rostrose
Bis dahin alles Liebe von eurer reiselustigen
Traude




Klicks zu den einzelnen Kapiteln des Reiseberichtes (wird regelmäßig aktualisiert):
Einleitung - Out of Africa
Namibia Teil 1 - Aufbruch nach Afrika und Ankunft in Windhoek
Namibia Teil 2 - Kalahari-Sundowner