Freitag, 20. Januar 2017

Namibia Teil 6 - Sandwich Harbour und Welwitschia-Drive


Hello, liebe treue und neue LeserInnen!


Ich freue mich sehr, dass ihr mich heute wieder bei einem Ausflug in die Natur Namibias
begleiten wollt! Genau genommen sind es sogar zwei Ausflüge an zwei verschiedenen Tagen -
aber immer schön der Reihe nach 😉 ...

In meinem vorigen Reiseberichts-Kapitel erzählte ich euch, dass sämtliche
Touren, die uns für die Umgebung von Swakopmund und Walvis Bay ursprünglich interessant 
erschienen, bereits ausgebucht waren. Deshalb entschieden wir uns für eine der wenigen
noch verfügbaren Touren - eine Vierrad-Fahrt zum Sandwich Harbour - die uns zunächst nicht
 so sonderlich gereizt hatte, weil wir uns unter der Beschreibung im Prospekt nicht sehr viel 
vorstellen konnten - und waren damit letztendlich sehr zufrieden. 


A short English summary of this post:
  Welcome to my 6th Namibia Travel Report! Today, I tell you about our four-wheel drive to the 
Sandwich Harbour - which was not very tempting for us at first - but we were ultimately very 
satisfied and had a lot of fun. The next day we undertook another excursion - to the Welwitschias, 
a rare and strange plant that grows only in Namibia and can get older than 2000 years.
Hugs, Traude


Ein Blick auf die Lagune von Sandwich Harbour und einige Vertreter der dortigen Tierwelt

Die Fahrt zum Sandwich Harbour kann nur stattfinden, wenn dort Ebbe ist. Und es dürfen auch
 nur ausgebildete Fahrer mit dafür zugelassenen Allradwagen diese Touren durchführen. Anders als 
bei manchen Quad-Touren (über deren Problematik im Zusammenhang mit der sensiblen Wüsten-
Natur ich euch in meinem vorigen Namibia-Post erzählt habe) scheint bei den 4x4-Touren in 
diesen Teil des Namib-Naukluft-Parks  behutsam mit der Umwelt umgegangen zu werden.

Wir wurden nach
dem Frühstück abgeholt - bis zur Ankunft unseres Fahrers hatten wir jedoch noch genug Zeit 
für ein kleines "Outfit-Shooting" im Garten unseres Swakopmunder Gästehauses. (Eine der 
Mauern dort ist mit Fotografien der "Jetty" geschmückt, über die ich euch im letzten Kapitel
erzählt habe.) 

Zu diesem Ausflug trug ich schwarze Stretch-Jeans, von denen ich mich ein paar Tage später 
trennte (weil ich sie nicht ausreichend bequem fand), sowie ein taubenblaues Langarmshirt und 
ein schwarzes Hemdblusenkleid oder Safarihemd oder wie auch immer man es bezeichnen möchte. 
Die beiden zuletzt genannten Stücke schafften es tatsächlich wieder mit mir nach Hause. Der 
neue Hut wurde natürlich auch gleich ausgeführt, und weil das Tuch, das ich am Anreisetag als 
Haarband getragen hatte, farblich so gut passte, durfte er an diesem Tag als feminines Hutband 
agieren.




Ich zog mir wieder die Wanderschuhe von unserem Ausflug zu den Sossusvlei-Dünen an, was
eine kluge Entscheidung war. Noch klüger wäre es allerdings gewesen, auch wieder die Gamaschen
zu tragen, aber daran dachte weder mein lieber Mann noch ich. War aber nicht wirklich schlimm...

Unten seht ihr, dass Edi auch seinen neuen Hut trug, und außerdem seht ihr den Guide und das 
Fahrzeug, mit dem wir an diesem Tag unterwegs waren. Unser humorvoller und versierter Fahrer 
hieß mit Vornamen Burger (aber sein Nachname war nicht King 😉). Um im Wüstensand weniger 
schnell einzusinken und eine größere Auflagefläche zu haben heißt es vorher: Luft ablassen!




Die Tour fand übrigens in englischer Sprache statt. Die anderen Touristen, die mit uns im 
Allradwagen durch den Küstenabschnitt der Namib-Wüste unterwegs waren, stammten fast alle aus 
Kanada. Auf dem rechten der großen Fotos in der oberen Collage seht ihr, wie knapp der befahrbare 
Sandstreifen zwischen Meer und Dünen war. Bei höherem Wasserstand ist hier kein Durchkommen 
mehr möglich.  

Die hübschen, großohrigen Schabrakenschakale zählten zu den ersten Tieren, die wir auf unserer 
Fahrt nach Sandwich Harbour sahen. Aber auch Robben und verschiedene Vertreter der Vogelwelt 
suchen in diesem Gebiet nach Futter. 
 

Die schwarzen "Felsen" an der Küste bestehen eigentlich aus gehärtetem Ton / Lehm.
 


In meinem vorigen Namibia-Post erwähnte ich den weinroten Farbton des Sandes an manchen 
Stellen. Burger zeigte uns mit Hilfe eines umgedrehten Fernglases, das wie eine Lupe funktioniert, 
dass der Sand aus lauter kleinen glitzernden Kristallen besteht - die Farbe  erklärt sich aus dem 
hohen Granatanteil, der hier enthalten ist.

Doch wie schon in der Gegend ums Sossusvlei spielt die Wüste auch hier mit verschiedensten 
Farbtönen - von Beige über Hellbraun bis zu sattem Rotorange ist fast alles dabei! Hier unten
seht ihr uns beim Erklimmen einer der Dünen - und beim Hinunterlaufen. Letzteres macht nicht
nur großen Spaß, es entsteht auch ein komisches Geräusch dabei ("roaring")...



 


In diesen niedlichen kleinen Seehund, den Edi mit dem Riesen-Tele so hübsch 
porträtiert hat (großes Foto nächste Collage) haben wir uns alle verliebt - aber 
auch seine Artgenossen sahen entzückend aus, finde ich. Manche blieben faul liegen, als wir 
herankamen, um sie zu fotografieren, andere verdrückten sich sicherheitshalber ins Meer. Sie 
kommen von einer der gegenüberliegenden Inseln, auf der es größere Robbenkolonien gibt,
angeschwommen und ruhen sich am Strand von Sandwich Harbour von ihrer Nahrungssuche
 aus, bevor sie wieder zur Kolonie zurückschwimmen.




 Aber auch die großen Vogelkolonien bei der Lagune waren für uns alle fotografisch 
sehr interessant. Die zahlreichen schwarzen Vögel in der nächsten Collage sind Kormorane,
der große weiße ein Reiher ...




Flamingos und Pelikane kann man bei der Lagune ebenso beobachten. Und manche Pflanzen,
die so aussehen, als könnten sie sowohl über als auch unter Wasser existieren ...
 


Es handelt sich hier um ein Naturschutzgebiet - selbst für die autorisierten Guides heißt es 
spätestens bei dem "Einfahrt-verboten"-Schild anhalten und Motor abdrehen. Es ist aber ohnehin
 viel schöner, hier zu Fuß zu gehen und die Vogelspuren im Sand oder die über den Strand 
"kriechenden" Pflanzen ganz aus der Nähe oder von einer der Dünen aus zu betrachten. 

 


Bei der Lagune kann man auch schön picknicken, meinte Burger. Und fing an, aus seinem
Wagen diverse Campingstühle, ein Tischchen samt Tischdecke und verschiedenste Leckereien
hervorzuzaubern. Unter anderem gab es eine Springbock-Lasagne und griechischen Bauernsalat
sowie anschließend Kaffee und Kuchen - alles sehr köstlich! Und Spaß machte es auch, unser
Picknick am Strand!
 




Außer unserer Verpflegung könnt ihr oben auch noch sehen, dass einige unserer Mitreisenden 
bereits auf ihre Schuhe verzichteten oder Sand ausschütteln mussten. Bei Edis und meinen höher 
geschnittenen und sehr leichten Bergschuhen gab es dieses Problem selbst ohne Gamaschen nicht. 
Kann ich euch also nur empfehlen, wenn ihr selbst eine Namibia-Reise oder eine Wüsten- bzw. 
Dünenwanderung irgendwo anders plant.




Dafür mussten wir auf dem "Gipfelpunkt" einer der Dünen unsere Hüte festhalten, denn da oben
wehte eine "steife Brise" - die blähte mir auch mein Hemdblusenkleid ganz gewaltig auf  😉. Diesen
zweiten Teil der Sandwich-Harbour-Tour fanden wir übrigens auch sehr unterhaltsam - denn jetzt
fuhren wir (auf "Brutplatz-freundlichen" Pisten) wie auf einer Achterbahn über die Sandhügel.
Manchmal kam es uns drinnen ganz schön steil vor - von außen sieht es auf den Fotos allerdings
leider gar nicht so spektakulär aus. Unter anderem bekamen wir demonstriert, dass auch ein Auto
das weiter oben erwähnte "roaring" beherrscht.

 
Seht euch mal die seltsam "blümchen-förmigen" Hinterbeine der Grille an!


Zwischendurch stoppte Burger mehrmals für uns und zeigte uns z.B. Tiere in der Wüste (das
kleine, fast transparente Tierchen oben ist eine Wüstengrille) und eine Wasserstelle, wo man 
mit nur ein wenig Graben feinstes Trinkwasser unter dem Sand finden kann (siehe Collage unten).
 Herr Rostrose und ich probierten das Wasser mutig und es schmeckte tatsächlich köstlich und 
kühl. Außerdem zeigte uns unser Guide eine Grabstätte, die vermutlich von den Mitgliedern
eines Nomadenstammes herrührt, der mit den San verwandt ist.

Am Ende unseres Ausfluges gab es noch einen Zwischenstopp bei einer Flamingo-Kolonie, 
die sowohl aus großen als auch aus Zwergflamingos besteht. Den eleganten Krill-Fressern sahen 
wir eine Weile zu, dann kehrten wir wieder in unser B&B zurück, ruhten uns dort noch ein wenig
 aus und besorgten danach abermals ein kleines Abendessen im Supermarkt. Viel brauchten wir 
an diesem Abend nicht, wir hatten schließlich zu Mittag fein gepicknickt 😊




Am folgenden Morgen gab's zunächst ein ausgiebiges Frühstück und dann sortierte ich wieder 
zwei Kleidungsstücke aus: Diesmal blieben das beige Shirt vom Kalahari-Tag und ein knöpfbares 
schwarzes Longshirt in unserem Quartier zurück. (Das Longshirt hatte ich am Vortag nur mal 
kurz anprobiert und dann gleich verworfen. Ich gefiel mir damit einfach nicht mehr.)
 
Anschließend suchten wir die Swakopmunder Außenstelle des "Ministry of Environment and
 Tourism" auf, um uns eine Einfahrtsgenehmigung für den Welwitschia-Drive zu besorgen. Denn
ohne solch ein "Permit", hieß es, darf man da nicht rein. Ich fragte mich zwar vage, wieso uns 
dann ein Abstecher dorthin in unserem Reiseprogramm schon am Vortag (also vor der Gelegenheit, 
solch eine Genehmigung in Swakopmund zu besorgen) empfohlen worden war und ob sie daher 
wirklich notwendig ist - aber so teuer ist das Permit nicht (derzeit 40 Namibia-Dollar pro Person 
und 10 ND fürs Fahrzeug = insgesamt rund 6 Euro) und sicher ist sicher. Sehen wollte die
Genehmigung dann allerdings keiner.


Rechts oben das prächtige Gut Richthofen, an dem uns der Zufall vorbeiführte - hier ist es wärmer als an der nahe 
gelegenen Küste; man kann hier in Appartments Urlaub machen und im Garten in einem schönen Pool planschen. 
Links unten wieder ein Tok-Tokkie (Nebeltrinker-Käfer)
 
 
Letztendlich 
fand ich es aber trotzdem ganz praktisch, dass wir diese Bestätigung in der Hand hatten, denn der 
kopierte Plan, mit dem uns die Swakopmunder Beamtin Richtung Mondlandschaft und Welwitschias 
losziehen ließ, war eine recht ungenaue Zeichnung und unser doofes Navi schickte uns mal wieder 
nur in die "ungefähre" Richtung, aber leider ans falsche Ziel. Bei der Gelegenheit durchfuhren wir 
mutig ein als Privatgebiet gekennzeichnetes Gelände und landeten auf einer Baustelle...
Falls uns dort jemand Vorhaltungen gemacht hätte, hätten wir immerhin mit der Genehmigung
wedeln können. Aber der ziemlich bekifft wirkende Typ, der bei der Baustelle offenbar die Funktion 
eines Aufsehers innehatte, schien sich nicht einmal sonderlich über unser Auftauchen zu wundern.
Er zeigte jedenfalls in eine bestimmte Richtung - und wir hatten zwar keine Ahnung, ob der
Mann wusste, wovon er sprach, aber da es keine großartige Auswahl gab, folgten wir seinem 
Hinweis eben. 

In den Collagen oben und unten seht ihr die Landschaft, durch die uns das Navi fälschlicher
Weise schickte - und weil ich schon mal da war, musste ich gleich auch mal ein bisserl die 
Felsen dort erkunden. Ich muss sagen, auch wenn wir hier nicht unbedingt landen wollten,
gefiel es mir ziemlich gut:




Auf der unteren Collage seht ihr links in den Felsen eine kleine zarte Echse, die sofort
nach dem Foto schnell in eines der Felslöcher huschte und nicht mehr zu sehen war. Sie war
in Wirklichkeit auch so kaum wahrzunehmen, denn eigentlich war sie nicht so kräftig gefärbt
wie auf der Aufnahme - sie hatte die gleiche Farbe wie die Felsen. Aber damit ihr sie besser
erkennen könnt, habe ich ihren Farbton im Bildbearbeitungsprogramm extrem verstärkt:




Möglicherweise war der Typ von der Baustelle doch nicht so bekifft gewesen, wie er ausgesehen 
hatte, oder er hatte zumindest nicht komplett den Überblick verloren, denn zu guter Letzt fanden 
wir die Einfahrt in den Namib Naukluft Park, zu dem sowohl die von uns gesuchte 
gehören. Hier unten seht ihr zunächst mal die sogenannte Mondlandschaft, die vor ca. 450 Millionen
 Jahren entstand, wo sich der Swakop River in weiche Gesteinschichten grub.




Kein Wunder, dass hier auch manchmal Filme gedreht werden, die auf dem Mond oder fernen
Planeten spielen, stimmt's?

Gleich in der Nähe dieser bizarren Landschaft wachsen dann die wohl seltsamsten Pflanzen der Welt:
Welwitschien! Sie werden auch als "lebende Fossilien" bezeichnet, denn sie zählen zu den ältesten
Pflanzen überhaupt. Bei günstigen Bedingungen können sie 2000 Jahre alt werden. Auch wenn sie
nicht gerade zu den attraktivsten Vertretern der Pflanzenwelt zählen, ist ein Besuch bei der ältesten
Welwitschia mirabilis und ihren Artgenossinnen den Umweg zum Welwitschia Drive wert, denn
diese Pflanzen sind einzigartig und die berühmtesten Gewächse Namibias. Ihren schrulligen Namen
verdanken die Welwitschien übrigens einem Österreicher: dem Arzt und Botaniker Friedrich
Welwitsch, der diese Pflanze im Jahre 1859 entdeckte. Unter den Einheimischen tragen die
Welwitschien allerdings noch andere Namen, hier einige Beispiele:
  
>>Die Herero nennen sie onyanga, was „Wüstenzwiebel“ bedeutet. Das Mark wurde früher – roh
 oder in heißer Asche gebacken – gegessen. Auf Afrikaans heißt sie tweeblaarkanniedood, was etwa 
„Zwei-Blatt-kann-nicht-sterben“ bedeutet.<<
(Quelle: Wikipedia)




Wie ihr auf den Fotos hier sehen könnt, handelt es sich bei Welwitschien nicht gerade um
"Winzlinge". Dennoch gibt (oder gab) es offenbar immer wieder Touristen, die sie "übersehen" und
überfahren haben. Inzwischen sind die Fahrbahnen gut markiert und einige besonders alte Pflanzen
mit Steinkreisen geschützt. Leider ist die Idiotie und Ignoranz mancher Leute grenzenlos, weshalb
Camper vor einigen Jahren die angeblich älteste, zweitausendjährige Welwitschie vorsätzlich
abgebrannt haben. Nun gibt es eine andere "Älteste" (ca. 1.500 Jahre alt), die wir allerdings nicht
besuchten - wir schenkten lieber ihren fast ebenso alten Artgenossen Beachtung und ersparten
uns diese weiteren Kilometer. Für genauere botanische Informationen klickt am besten HIER.




Unser nächstes Ziel war die Hohenstein Lodge bei Usakos.
Doch wie es dort aussah und was wir dort erlebten, erzähle ich euch erst in meinem nächsten
Reiseberichts-Kapitel. Für heute danke ich euch herzlich für euer Interesse! Und ich danke euch
außerdem sehr für eure Kommentare und Verlinkungen zu meinem aktuellen ANL-Beitrag
Was sich im letzten Jahr bei den Rostrosen geändert hat - Teil 1.

Bis zum Abend des 1. Februar habt ihr noch Gelegenheit zu vielen weiteren Verlinkungen. Ich
freue mich darauf - und die Welt freut sich noch mehr 😀!

Auch dieses Posting verlinke ich übrigens (u.a. wegen der nachhaltig genutzten Reisekleidung
 und der erhaltenswerten Natur) bei ANL. Ich verlinke diesen Beitrag außerdem bei Sunnys 
Um Kopf und Kragen, bei Tinas Freitagsoutfit und bei Sabines Aktion Outfit des Monats ...
Und mit unseren roten Shirts mische ich auch wieder bei Juttas Aktion Ich sehe rot mit!

 



Fotos: Herr und Frau Rostrose
Alles Liebe von eurer reiselustigen
Traude







Klicks zu den einzelnen Kapiteln des Reiseberichtes (wird regelmäßig aktualisiert):
Einleitung - Out of Africa
Namibia Teil 1 - Aufbruch nach Afrika und Ankunft in Windhoek  
Namibia Teil 2 - Kalahari-Sundowner
Namibia Teil 3 - Von der Kalahari in die Namib  
Namibia Teil 4 - Die Dünen beim Sossusvlei und Deadvlei
Namibia Teil 5 - Solitaire und Swakopmund 

Samstag, 14. Januar 2017

ANL #13 - Was sich im letzten Jahr bei den Rostrosen geändert hat - Teil 1

Servus, ihr Lieben,...


... die Aktion ANL geht in ihr zweites Jahr!
Willkommen, willkommen zu meinem ersten ANL-Beitrag im Jahr 2017!



A short English summary of this post:
Welcome to my first ANL posting in 2017! Today, I would like to tell you what has changed in our 
lives through the subject area of ANL - e.g. at the point CLOTHING or AVOIDING PALMOIL. To 
be continued in February with ANL # 14!
Hugs, Traude


Falls ihr meinen Blog erst neu entdeckt habt oder nicht genau wisst, worum es bei ANL geht,
klickt am besten HIER und lest euch die Kurzinfo durch. Die Abkürzung ANL steht jedenfalls
zum einen für A NEW LIFE und zum anderen für 

Achtsamkeit
Nachhaltigkeit
Lebensqualität





 Wie ihr der Überschrift entnehmen könnt, möchte ich euch heute schildern, was sich in unserem
Leben durch die Beschäftigung mit manch einem ANL-Thema verändert hat. Und ich kann euch
sagen, dass es zwischen 2016 und 2017 eine durchaus beachtliche Anzahl von Veränderungen im
Rostrosenleben gab.

Denn  für mich persönlich ist es schlichtweg unmöglich, einerseits bei einer
ANL-Recherche zu erfahren, dass z.B. beim Baumwollanbau für ein einziges T-Shirt 2000 Liter
Wasser verbraucht werden ... oder dass in fast allen Cremes, Hygieneprodukten und zahlreichen
Nahrungsmitteln das billige Palm(kern)öl verwendet wird und man dafür in großem Stil Regenwälder
zerstört... und andererseits mein Konsumverhalten unverändert zu belassen. Herr Rostrose zieht
bei vielen - aber nicht bei allen - Veränderungen ebenfalls mit. (Er kann seine Entscheidungen
nämlich ganz gut selber treffen ;-)) Also ist bei uns einiges anders geworden, und über diese
"Neuerungen" werde ich euch nicht nur heute, sondern in mindestens zwei Teilen erzählen.


Ich hoffe, der Beitrag ist für euch interessant und anregend - selbst wenn ihr nicht vorhabt, bei
sämtlichen Themen mitzuziehen, gibt es hier vielleicht den einen oder anderen Bereich, bei dem
ihr z.B. sagt: "Das habe ich noch gar nicht gewusst - darauf werde ich in Zukunft verstärkt achten"
oder "Okay, wenn es so einfach geht, dieses oder jenes zu vermeiden, dann versuche ich es auch
mal."




Damit es auch etwas zu schauen gibt, habe ich wieder eine kleine Capsule Wardrobe aus oft und
gern von mir getragenen Kleidungsstücken zusammengestellt, die ich so, wie ihr sie hier seht, im
Dezember und Jänner angezogen habe - ins Büro zum Beispiel oder zu Spaziergängen, zum
Wochenendeinkauf oder zu Besuchen bei meiner Mutter...

Die Hauptbestandteile dieser Capsule sind mein roter Bio-Baumwollrock und mein rosengemustertes
Langarm-Shirt - beide Kleidungsstücke kennt ihr u.a. auch schon aus meinem Wintermärchen-
Post - weiters ein kurzes Des*gual-Kleid mit großflächigem Floral-Print in der Hauptfarbe Rot, Blue-
Jeans, eine taupe-farbige Stoffhose, eine kiwigrüne Samthose, ein rot-weißes Ringelshirt und mein
grün-rot-curry-gemusterter Bio-Merinowoll-Kurzmantel. Diese Teile wiederholen sich in den heute
gezeigten Kombinationen, die übrigen Zutaten wechseln.




Und damit bin ich auch schon bei Punkt 1 meiner Liste, was sich im letzten Jahr bei den 
Rostrosen geändert hat - beim Punkt KLEIDUNG:

👉 Seitdem ich weiß, dass der Anbau von herkömmlicher Baumwolle so viel Wasser benötigt, dass
Seen und Flüsse austrocknen (Stichwort Aralsee) und Unmengen von Pestiziden versprüht werden,
die riesige Landstriche und Gewässer vergiften, verzichte ich darauf, neue Baumwoll-Kleidungs-
stücke zu kaufen.

Mehr zu diesem Thema HIER. Der "Verzicht" *) fällt mir interessanterweise nicht schwer, seit ich
verinnerlicht habe, wie schädlich das heutzutage übliche Klamotten-Konsumverhalten für die Welt
 ist und wie viele Schadstoffe auch noch in den Kleidungsstücken selbst enthalten sind.

*) Überhaupt werdet ihr das Wort "Verzicht" in diesem Beitrag noch mehrere Male lesen - es soll jedoch in keinem 
Fall im Sinne eines "leidvoll dargebrachten Opfers" verstanden werden. Es geht vielmehr darum, bei manchen bösen 
Spielen nicht mitspielen zu wollen. Beim Zugrunderichten der Welt durch Konsumieren und Konsumieren und 
Konsumieren beispielsweise Und deshalb enthalten wir uns in manchen Bereichen - freiwillig und mit einem sehr 
guten Gefühl.


👉 Generell belastet jede Produktion, jeder Anbau von Rohmaterialen für Textilien (und natürlich
auch für alle anderen Erzeugnisse) die Umwelt, auch Kleidung aus Polyester oder Viskose etc.
Viele Kleidungsstücke werden zudem auf eine Art und Weise hergestellt, die Menschen ausbeutet
und gesundheitlich gefährdet (beim Pflanzen, Ernten, Färben, Nähen ...), weshalb ich den Beschluss
fasste, dass ich "genug habe". Seither betreibe ich größtenteils sogenanntes "Schrank-Shopping" -
soll heißen, ich mixe meine Outfits so kreativ und  abwechslungsreich wie möglich aus meinem
Fundus zusammen, anstatt immer wieder Neues zu kaufen.





👉 Einige besondere Anziehsachen habe ich 2016 zwar doch gekauft - so zum Beispiel den Strick-
mantel, den ihr hier unten seht. Dabei habe ich aber auf ein paar Kriterien verstärkt geachtet: 
Qualität, Nachhaltigkeit, Notwendigkeit. Der kurze Mantel (oder die lange Jacke) ist aus Bio-
Merinowolle und stammt vom Umweltversand Was*hbär, wo die Artikel in Fair-Trade-Betrieben
hergestellt werden. Da ich nur wenige Klamotten gekauft habe, durfte der Strickmantel auch um
einiges mehr kosten, als ich früher auszugeben bereit gewesen wäre. (Außerdem habe ich eine
Minus-25-Prozent-Aktion abgewartet. ) Ich hoffe, dass er mir lange Freude bereiten wird - in
diesem kalten Winter leistet er mir jedenfalls schon hervorragende Dienste: Denn bisher besaß
ich keine wärmenden Echtwoll-Kleidungsstücke, und ich befand zum Glück rechtzeitig, dass
sich das ändern muss.




👉 Die anderen (für meine Begriffe sehr spärlichen) Kleidungs-Ankäufe des Jahres 2016
stammten aus dem Second-Hand-Laden (ein Landhauskleid, ein Dirndl, ein Rock, ein Gürtel,
ein Shirt... ich glaube, das war's) oder waren in gewisser Weise "nötig" und auf jeden Fall
wohl überlegt (z.B. keine brauchbare wärmende Steppjacke oder kein Echtwoll-Pullover
vorhanden etc.). Fast alle diese Ankäufe habe ich in DIESEM Post beschrieben. Einen der
neu gekauften Echtwoll-Pullover seht ihr ein Stück weiter unten (hellgrün, aus einem herrlich
weichen Alpaka-Seide-Gemisch).

👉 Ich habe alte Kleidung noch nie weggeworfen, es sei denn, sie war total kaputt. Und selbst
da habe ich die Stoffe zuweilen noch weiter verwndet - als Putzfetzen z.B. Kleidung mit Flecken
konnte ich gut zum Malen tragen, anderes wurde als "Schlunzgewand" aufgetragen oder zur
Altkleidersammlung gegeben. Manchmal verschenkte ich auch früher schon alte Kleidung auf
Reisen an arme Menschen. Im vergangenen Urlaub habe ich letzteres zum Motto erhoben
und eine "Urlaubsgarderobe zum Weggeben" eingepackt. In meinem Namibia-Reisebericht
könnt ihr nach und nach verfolgen, welche Kleidungsstücke ich weggegeben habe und welche
letztendlich doch noch bei mir bleiben durften.


Sabine Gimm will in ihre Blogparade Streifenliebe im Winter Ringelshirts, Streifenschals & Co. sehen - aber gern!


Punkt 2 meiner Liste, was sich im letzten Jahr bei den Rostrosen geändert hat: Wir
VERMEIDEN PALMÖL, wo es nur geht.

👉 Manche Produkte (Aufzählung folgt) kaufen wir schlicht und einfach nicht mehr, seit ich
mich näher damit beschäftigt habe, was der Palmöl-Anbau alles anrichtet (Abholzung und
Brandrodung von Regenwäldern, dadurch wird der Klimawandel beschleunigt, Menschen wird
 ihr Zuhause genommen und zum Teil müssen Erwachsene wie auch Kinder als Zwangsarbeiter auf
Palmölplantagen arbeiten, zahlreiche Tiere verlieren ebenfalls ihren Lebensraum oder sterben
 im Feuer, die Borneo-Orang-Utans wurden wegen der Palmöl-Problematik schon zu den extrem
 gefährdeten Tierarten gezählt, usw.) Mehr darüber HIER in meinem vorjährigen Beitrag zum
Thema.







 👉 Die Palmöl-Produkte, die wir vermeiden, finden sich sowohl im kosmetischen bzw. im Hygiene-
bereich als auch im Lebensmittelbereich. Meine Postings mit umfassenderen Informationen zu
den beiden großen Themenkreisen findet ihr HIER (Lebensmittel) und HIER (Körperpflege und
Haushalt). Hier unten schildere ich euch, was wir verändert haben bzw. welche Produkte wir nun
verwenden:

👉 Wir kaufen z.B. absolut kein Waschpulver mehr, denn ich konnte bei meinen Recherchen kein
Pulver entdecken, das frei von Palmöl ist. Bei Flüssigwaschmittel verhält sich das in manchen
Fällen anders, aber die meisten der herkömmlichen Flüssigwaschmittel haben einen besonders hohen
Tensidgehalt. Ich wasche zur Zeit den Großteil meiner Wäsche mit Waschnüssen*) (drei Waschnüsse
in einem Wäschebeutel reichen für ca. 3 Waschgänge).  

*) Diese sind zwar auch nicht unumstritten, da sich ihr hoher Transportaufwand negativ auf die CO2-Bilanz niederschlägt 
und die Nachfrage aus Europa die Preise für die Inder steigen lässt. (Palmöl ist übrigens auch nicht gut für die CO2-Bilanz, 
das nur am Rande. 😉) Für Kunstfasern sind Waschnüsse außerdem nicht gut geeignet, heißt es - aber davon besitze ich 
ohnehin nicht viel.

Doch wenn ich z.B. Bettwäsche mit Waschnüssen wasche, fehlt mir der gewohnte angenehme
Duft mancher Waschmittel. Deshalb tropfe ich entweder einen Tropfen ätherisches Öl (Vanille,
Lavendel ...) ins Schwemmwasser oder ich verwende ein Bio-Flüssigwaschmittel. Derzeit ex-
perimentiere ich gerade mit AlmaWin cleanut palmölfrei Waschmittel *), weil das ein Produkt
ist, das es in unserer Wohnnähe zu kaufen gibt (sowohl in der Gewußt-wie-Drogerie als auch im
Hofladen). Es wäscht gut und der zarte Duft gefällt mir. Außerdem ist die Plastikflasche immerhin
aus recyceltem Kunststoff.


*) Dies ist keine bezahlte Werbung, sondern nur Information - und das trifft auch auf alle anderen
Produktnennungen zu.


👉 Vielleicht werde ich heuer im Sommer mal versuchen, aus Efeu selbst Waschmittel herzustellen -
unser Garten ist davon ohnehin überwuchert. Eine Anleitung dazu gibt es HIER. Hat jemand von
euch damit Erfahrung???





 👉 Weichspüler kommt sowieso schon ewig keiner ins Rostrosenhaus. Gespült wird die Wäsche 
bei uns nur mit Essig. Damit ersparen wir uns auch Calgon oder einen anderen Wasserenthärter /
-entkalker. Der Geruch von Essig verschwindet spätestens beim Spülgang. Gegen unangenehme
Gerüche in der Waschmaschine bzw. in der Wäsche hilft es übrigens auch, jedem Waschgang ein bis 
 zwei EL Waschsoda beizufügen. (Waschsoda ist außerdem gut gegen den Grauschleier in weißer
Wäsche und hilft sogar gegen Flecken. HIER noch ein paar weitere Anwendungsgebiete des
günstigen und umweltfreundlichen "Wundermittels" Waschsoda.)

👉 Zum Putzen verwenden wir derzeit außer Wasser, Essig und Waschsoda vor allem die
palmölfreie und vegane Reiniger-Serie von Good Soaps. Wir gehen sehr sparsam damit um.

👉 Wir kaufen auch keine Seifen, Hand-, Gesichts- und Körpercremes, Badezusätze etc. mehr, die
Palmöl enthalten. (Oder wenn, dann "in der höchsten Not" Bio-Palmöl.) Wenn wir uns nicht sicher
sind, hilft uns in vielen Fälle die Code-Check-App, die über Inhaltsstoffe aller Art in den Produkten
informiert. (Ihr könnt aber davon ausgehen, dass in den meisten herkömmlichen Produkten, das billige
Palmöl enthalten ist...) Die aktuell bei uns in Verwendung befindlichen Seifen sind eine Alepposeife
sowie palmölfreie Schafmilch-Seifen von well land Naturseifen. Mein nächstes Shampoo wird eine
Shampooseife von well land sein, im Moment verwende ich hier allerdings noch Reste von früher.
Meine Handcreme ist von Lavera Naturkosmetik (Bio-Cranberry & Bio-Arganöl). Damit
creme ich bei meinen Besuchen auch stets die Hände meiner Mutter ein. Meine Tagescreme ist
die Tönungscreme von Dr. Hauschka. Zur Nachtpflege fürs Gesicht und den ganzen Körper verwende
ich (neben Resten) aktuell Bio-Kokosöl (aus der Lebensmittelabteilung) oder diverse Bio-Öle der
Firma Naissance (Hagebuttenkernöl, Nachtkerzenöl, Mandelöl, Aprikosenkernöl); aus diesen
vitaminreichen Ölen sowie Olivenöl (aus der Lebensmittelabteilung) mixen wir uns auch unsere
eigenen Badezusätze oder ab und zu eine Haarkur für mich.






👉 Auch in den Deo-Cremes, die sowohl mein Mann als auch ich seit vorigem Jahr verwenden, ist
kein Palmöl enthalten. Wir sind nämlich beide von den entweder aluminiumhältigen oder nicht
befriedigend wirksamen Deosprays auf Bio-Deo-Cremes umgestiegen: Herr Rostrose verwendet
die Deo-Creme Masculine von Wolkenseifen und ich das "Honigschnütchen" von Pony Hütchen -
beide sind sehr sparsam im Verbrauch und ich liebe den Honigschnütchen-Duft: Ich hatte noch nie
ein Deo, das so gut und lange anhaltend gewirkt hat! Dadurch ergibt sich ein angenehmer Neben-
effekt: Ich kann meine Shirts (auch im Sommer!) zumindest noch ein zweites Mal tragen - das war
früher nicht möglich! Das heißt, ich muss sie seltener waschen, und dadurch spare ich 
Waschmittel, Strom und Wasser!

👉 Lippenpflege: Mein Mann ist von Labello (der Palmöl und andere bedenkliche Inhaltsstoffe
enthält) auf den natürlichen Lippenbalsam von Burt's Bees umgestiegen (mit Bienenwachs und
pflegenden Ölen, aber ohne Palmöl) und ich selbst habe auch einen solchen Lippenbalsam und
außerdem seit vorigem Jahr zwei verschiedene "Lip Crayons" in schönen Farben, ebenfalls von
Burt's Bees Naturkosmetik.

👉 Auch bei Lebensmitteln achten wir verstärkt darauf, dass möglichst kein Palmöl verwendet
wird. Hier MÜSSEN - im Gegensatz zu den vorher genannten Produkten - zwar vom Gesetz her
die Inhaltsstoffe genau deklariert werden, aber einfacher ist es dadurch nicht.

👉 Außer Butterkeksen haben wir z.B. keine Kekse gefunden, die frei von Palmöl sind.
Man kann zwar Selberbacken, doch meine Mutter wollte nichts Selbstgebackenes und hatte
irgendwann auch von den Butterkeksen genug, sie wollte "Prinzenrolle"-Kekse oder etwas
Ähnliches. Ich fand im Hofladen immerhin ähnliche Schoko-gefüllte Kekse mit Bio-Palmöl...
Herr Rostrose und ich können gut auf Kekse verzichten.





👉 Wir verzichten auch auf Schokolade. Es gibt zwar einige Produkte im Reformhaus, die ohne
Palmöl oder mit Bio-Palmöl auskommen (siehe auch unteres Drittel dieses Posts), aber es schadet
 uns nichts, wenn wir die auslassen. Manchmal, wenn mich ein extremer Süßguster überkommt,
nasche ich Paradiso-Konfekt oder ähnliches, das ist auch für meine Gesundheit besser als Schoki.

👉 Nutella - mit viel Zucker und viel Palmfett - ist auch schon eine Weile von unserer Liste
gestrichen, obwohl wir früher mal ganz wild darauf waren. HIER habe ich beschrieben, wie ich
Haselnussaufstrich selber mache - und wenn's mal bequemer sein soll, kaufe ich einen Aufstrich
 z.B. von Rapunzel mit Bio-Suisse zertifiziertem Palmöl. Dieses folgt Richtlinien, welche die 
Rodung von Flächen mit hohem Schutzwert verbieten. Die Produktion von Bio-Suisse 
zertifiziertem Palmöl führt demnach nicht zu Regenwaldzerstörung und kommt außerdem 
ohne Pestizide aus. 


👉 Unsere Hauptschwierigkeiten entdeckten wir bei Müsli: Da wir an fast jedem Morgen eines
essen, kommt "völliges Verzichten" hier nicht in Frage. Wenn man sich ein Müsli aus Hafer-,
Hirse- und anderen Flocken sowie gekeimten Kernen selber macht, ist Palmöl natürlich kein
Problem, aber nunja, was soll ich sagen - wir lassen ohnehin schon die Schokolade, die Kekse 
und das Nutella aus! Ich habe alle möglichen "gesunden" Müslis ausprobiert, aber so ganz ohne 
"Knacks" wird das nichts mit mir und den "Körndln". Edi mag im Müsli gern "gepoppten" 
Weizen á la Smacks, und bis vor kurzem liebte er auch die Frühstücksflocken von "Lion". Und 
ich mag am liebsten Crunchy-Müsli sowie Zimt- oder Nougatkissen. (Die mische ich mir dann 
auch ganz brav mit Haferflocken 😉.) 

Bei näherer Betrachtung ist in so ziemlich allen diesen Produkten von 
Kellogg's, Nestlé & Co. (und auch von den Eigenmarken der Supermärkte) Palmöl drinnen. 
Die Firma Nestlé hat sich bei uns auch noch aus anderen Gründen rausgekickt - darüber in meinem 
nächsten ANL-Beitrag mehr - also kamen einige Produkte einfach nicht mehr in Frage. Und daher
suchten wir die Regale von Supermärkten, Bioläden, Drogeriemärkten etc. ab und fanden immer
wieder mal Flocken, Körner, "Gecrunchtes" und "Gepopptes" ohne Palmöl ... oder zumindest 
mit Bio-Palmöl. Mit diesen Schätzen haben wir nun unsere Müsligläser neu aufgefüllt ... und
hoffen, dass in Zukunft mehr und mehr Produzenten auf Palmöl verzichten. (Entsprechende 
eMails haben wir jedenfalls losgeschickt ...)


 


👉 Wir kaufen nicht gerade viele Fertigprodukte - und es sind im vergangene Jahr noch weniger 
geworden - aber z.B. Kartoffelkroketten zählen zu den Dingen, die wir immer gern in unserem 
Gefriergerät vorrätig haben. Da kauften wir früher zwei verschiedene Marken ... und jetzt nur noch 
die eine - natürlich die ohne Palmöl ...


Gut ihr Lieben, das war's für heute. 
Meine bzw. unsere "Liste der Veränderungen" ist noch um einiges länger, aber ich möchte 
euch nicht überfordern, und außerdem wird es ja in einem Monat wieder ein ANL-Hauptpostig 
geben, und da folgt dann die Fortsetzung. Vielleicht ist meine Aufstellung ja interessant für euch und 
ihr bekommt dadurch Lust, mir in dem einen oder anderen Punkt zu folgen. Vergesst nicht, es geht 
nicht darum, sich einen "Glorienschein" zu verdienen - wir sind alle nicht perfekt - aber schon kleine 
Veränderungen können dazu beitragen, die Welt ein bisserl gesünder zu machen...



Anstelle eines Glorienscheines trage ich lieber einen Hut - und Herr Rostrose auch ;-)


Zum heutigen Abschluss zeige ich euch noch ein paar 
Fotos von einem winterlichen, aber sonnigen Spaziergang mit meinem lieben Mann. Mein rotes 
Mäntelchen (das übrigens aus einem Schurwoll-Viskose-Mix besteht und mich bereits seit ein paar 
Jahren begleitet), trug ich nur für die Fotos offen, damit ihr auch das Darunter sehen könnt - nämlich 
wieder mein Rosenshirt und die Jeans von oben. Und wie ihr sehen könnt, waren wir mal wieder 
"gut behütet" - wie in Namibia 😉




Und nun, ihr Lieben, seid wieder ihr an der Reihe mit euren Themen, die die Welt ein
Stückerl besser machen: Am Ende dieses Posts könnt ihr eure eigenen Beiträge wie üblich bei ANL 
verlinken. Jede Menge Anregungen dazu findet ihr HIER - und zu den Spielregeln in Kurzform 
kommt ihr HIER. *)

*) Wenn ihr auf diese Links klickt, bekommt ihr übrigens auch eine Anleitung, wie das mit dem 
Linkup genau funktioniert (für alle, die es bisher nicht versucht oder geschafft haben). 

Habt keine Scheu, auch Ideen zu posten, die
 euch "klein" erscheinen - erzählt oder zeigt uns bitte jede Kleinigkeit, mit der ihr die Welt zu einem
besseren Platz macht bzw. die zu den Begriffen Achtsamkeit, Nachhaltigkeit, Lebensqualität passt.
Denkt daran: Jede gute Idee kann ansteckend wirken!


Fotos: Herr und Frau Rostrose
Herzliche Rostrosengrüße
von eurer Traude

PS: Ich verlinke diesen Beitrag
  bei Sunnys Um Kopf und Kragen sowie bei ihrem Schmuckkistl, bei Tinas
Freitagsoutfit und bei Sabines Aktion Outfit des Monats ...

Erstmals mische ich auch bei Juttas Aktion Ich sehe rot mit!

Mittwoch, 11. Januar 2017

Namibia Teil 5 - Solitaire und Swakopmund

Hello my dears - 
welcome to Solitare (and welcome to Swakopmund 😉)!



Wie schön, dass ihr Herrn Rostrose und mich ein weiteres Teilstück durch Namibia begleitet! Diese
Etappe führt uns von der Gegend rund ums Sossusvlei über staubige, holperige, schnurgerade oder
auch extrem kurvige Straßen zuerst nach Solitaire ... und dann an die Namibische Westküste ... die
zwar auch vom Wüstensand beherrscht wird, aber dennoch ein ganz und gar anderes Klima bietet.

A short English summary of this post: 
On this day we said goodbye to the Desert Homestead Lodge Sossusvlei and headed for the west 
coast. The "Oasis" Solitaire was a stopover with a bakery, famous for its German apple pie. Our next 
major goal was the city of Swakopmund. There the climate is cooler than in the rest of Namibia - 
therefore the place is a popular holiday destination in the hot season. We walked through the town, 
visited historic buildings and bought a safari hat for Mr. and Mrs. Rostrose 😎.
Hugs, Traude


Diese "wüsten" Ansichten mit den verrosteten Oldtimern sind typisch für Solitaire ...


... doch ehe wir in der originellen "Oase" ankamen, hieß es erst einmal Abschied nehmen von der
Desert Homestead Lodge Sossusvlei und den netten Mitarbeitern dort - und auch wieder ein paar
Kleidungsstücke für die Zimmermädchen zurücklassen: Diesmal trennte ich mich von dem
gemusterten Shirt, das mich auf die höchste Düne der Welt begleitet hat und von dem ziegelroten
Top, das ich u.a. während des Kalahari-Sundowner-Ausflugs getragen habe. (Beide wurden von mir
selbstverständlich in der Zwischenzeit gewaschen, und es gab auch wieder das kleine Brieflein,
damit keine Mißverständnisse aufkommen konnten.)




Und dann waren wir "on the road again" - genauer gesagt auf der Schotterstraße C19, die zwar
ziemlich staubte, auf der man aber problemlos zwischen 80 und 100 km/h fahren konnte, was
natürlich auch mit dem sehr geringen Straßenverkehr in beiden Richtungen zu tun hat. So bekam
man selbst als Fahrer noch genug von der faszinierenden Landschaft rundum mit.




Und dann kam eben jener Anblick, den wir schon aus Reiseführern und -berichten aus dem Internet 
kannten: die "Rostlauben" von Solitaire! Wenn ihr auf den Link klickt, könnt ihr ein bisserl mehr
über das "Wüstenkaff" erfahren, das abgesehen von den malerisch hindrapierten rostigen Oldtimern
aus nicht viel mehr als einer Tankstelle, einer Autoreparaturwerkstätte und einer Imbiss-Station mit
Bäckerei besteht. Gerade diese Bäckerei hat Solitaire aber zu dem gemacht, was es heute ist: Ein
touristischer Ankerpunkt mitten im Nichts - und ein Anlaufplatz für alle, die inmitten der Namib das
dringende Bedürfnis nach Apfelkuchen verspüren. Denn:

>>Der Gründer und Betreiber der Bäckerei in Solitaire ..., Percy „Moose“ McGregor, hat 
Solitaire mit seinem Apfelkuchen berühmt gemacht; alle bedeutenden Touristenratgeber, darunter 
der Lonely  Planet, verweisen auf den Apple Pie in Solitaire, viele mit dem Zusatz „bester 
Apfelkuchen in Afrika“. <<
(Quelle: Wikipedia)


Viel Regen fiel nicht während der letzten Jahre in Solitaire ...
Auch in Solitaire nisten Webervögel - hier eine besonders hübsche Gattung mit auffallendem gelben Gefieder und 
schwarzer "Gesichtsmaske" (Maskenweber) - siehe auch nächste Collage

Natürlich stellten wir uns ebenfalls in der Bäckerei um den so hoch gerühmten Apfelkuchen an;
vor Ort tranken wir aber nur einen Kaffee, weil wir noch vom üppigen Frühstück voll waren. Den
Kuchen hoben wir uns für später auf 😉... Während wir in der Warteschlange standen, knipste ein
Mann das Foto von Percy McGregor, das in der Bäckerei an der Wand hängt, und so entschied ich
mich, dieses Bild ebenfalls abzufotografieren. "He's a legend!", sagte der Mann zu mir. Erst nach
unserer Reise erfuhr ich, dass der Gründer der Bäckerei, den wir auch in einem Namibia-TV-Bericht
gesehen hatten, im Jänner 2014 im Alter von 56 Jahren überraschend verstorben ist.




Nach unserer Rast in Solitaire ging es weiter auf der ebenfalls geschotterten Straße C14, auf der
wir den Ghaub Canyon durchquerten. Auf dieser Strecke war wiedermal ich mit Fahren dran. Nach
etwa 80 Kilometern erreichten wir den Kuiseb Canyon. Wie schon in unserem Reiseprogramm zu
lesen war, sind beide Pässe nicht gesichert (Beisatz: "Bitte fahren sie vorsichtig!") und nachdem
es ausgerechnet auf dieser Strecke auch noch einen relativ regen Verkehr gab *), wurde mir bei
jeder rutschigen Kurve und jedem Hügel, bei dem man nicht sah, wie es weiterging, mulmiger
und mulmiger. Ich würde mich normalerweise nicht als ängstliche Autofahrerin bezeichnen, aber
diese Straße mit einem Mix aus Rollsplitt und ungesicherten, kurvigen Abhängen gefiel mir ganz
und gar nicht. Also fuhr ich an den Straßenrand und erklärte kategorisch, dass ich hier keinen Meter
mehr fahren wollte. Und so übernahm wieder Herr Rostrose das Steuer und ich das Fotografieren
(sofern ich es überhaupt wagte, aus dem Fenster zu schauen). Auf den in unserem Reiseprogramm
vorgeschlagenen 6-km-Abstecher (auf einer ebenso grausigen Straße) zum Aussichtspunkt des
Kuiseb Canyons ("Sie müssen etwa eine Stunde hierfür einplanen.") verzichteten wir dankend.


*) Ich weiß nicht, ob hier so viele Wagen und auch Motorräder (siehe folgende Collage links unten) durchfuhren, weil 
sie es mussten - oder weil sie es wollten. Es soll ja Leute geben, die gern auf kurvigen Fahrbahnen unterwegs sind. 
Mich hätten jedenfalls keine 100 Pferde dazu gebracht, diese Strecke aus Jux und Tollerei oder wegen eines 
Aussichtspunktes zu fahren. Aber DAS war noch nicht die brenzlige Situation, die ich neulich angekündigt habe - 
denn Dank Edis ruhiger und sicherer Fahrweise haben wir die Fahrt über den Kuiseb Pass gut überstanden...




Ich war jedenfalls sehr froh, als wir die Berglandschaft hinter uns hatten und es wieder schnur-
gerade und ein bisserl langweilig weiterging. Irgendwann zwischendurch überquerten wir den
südlichen Wendekreis ("Tropic of Capricorn") und ich sprang raus, um das Schild fotografisch
festzuhalten. (Es war bereits die zweite Überquerung während dieser Reise, aber beim erstenmal
haben wird das Schild verpennt.) Danach kam dann viele Kilometer lang nur noch Schotter und
Staub mit links und rechts nichts als Wüstensand und ein paar trockenen Stauden. Erst als wir uns
der Küste näherten, boten sich ein paar optische Abwechslungen: Wolken am Himmel, schwebende
Fata-Morgana-Berge am Horizont und ein paar Zeichen von Zivilisation...




Auf dem schlecht leserlichen Richtungs-Schild in der oberen Collage steht unter
anderem Walvis Bay, Dune 7, Langer Heinrich Mine und Swakopmund. Bei der "Dune 7" handelt
es sich um eine touristisch genütze Düne, auf der und in deren Nähe u.a. Sandboarding und Quad-
Touren angeboten werden. Vor allem von Fahrten mit Quads raten Naturschutzorganisationen jedoch
ab, da die "unbelebt" wirkende Wüste durchaus auch Brutgebiete und anderes Tier- und Pflanzen-
leben bietet, welches durch unkontrollierte Quad-Raserei gestört und teilweise auch zerstört wird
(siehe HIER und HIER auch Artikel der Allgemeinen Zeitung Namibia).

Zu den gefährdeten Tierarten zählen u.a. der Palamatogecko, das Wüstenchamäleon und die
Damara-Seeschwalbe, die ihre Eier in flachen Sandnestern ausbrütet; die Dünenlerche sucht hier
ihre Nahrung und ist ebenfalls ein Bodenbrüter. Bart- und Krusten-Flechten nutzen die geringe
Feuchtigkeit des Nebels in Küstennähe; sie wachsen in zehn Jahren nur etwa einen Zentimeter.
Wenn Besucher nun mit Quad-Bikes "eine neue Spur fahren", gefährden sie damit die Vielfalt
dieser bereits selten gewordenen und für das natürliche Gleichgewicht dieses Gebietes wichtigen
Pflanzen- und Tierwelt...





Wir hatten beschlossen, auch einen weiteren Abzweigungs-Tipp aus unserem Reiseprogramm
("Welwitscha-Fläche" und "Mondlandschaft") vorerst zu ignorieren bzw. auf einen anderen Tag
zu verschieben und stattdessen gleich via Walvis Bay nach Swakopmund zu fahren. Oben seht ihr
eine Lagune inmitten der Wüste, in der Flamingos nach Nahrung suchen - und ansonsten "Häuser
im Sand"... denn beide Städte wurden vor über hundert Jahren der Wüste "abgetrotzt".

Bei den hier eingefügten Links könnt ihr euch ansehen,
wie Swakopmund um 1910 aussah und hier Walvis Bay von einst. Inzwischen sind beide Städte
enorm am Wachsen - was u.a. damit zu tun hat, dass viele wohlhabendere Namibier die besonders
heißen Monate Dezember bis Februar gern an der kühlen Küste verbringen und sich dort Ferien-
wohnsitze leisten (die von Jahr zu Jahr teurer werden) oder zumindest eines der Urlaubsappartements
mieten, die dort aus dem Boden schießen. Schon verrückt - wir Mitteleuropäer versuchen unsere
Sommermonate bevorzugt im Süden zu verbringen, wo Badewetter herrscht, die Namibier hingegen
flüchten in Scharen an einen Ort, der ihnen Temperaturen zwischen 16 und 21 Grad bietet (und
Wassertemperaturen zwischen 14 und 16 Grad).





Kein Wunder, dass das hübsche Cornerstone Guesthouse in Swakopmund keinen Swimmingpool
zu bieten hat - nach Abkühlung sehnt man sich hier nicht wirklich. Das ist jedoch keineswegs negativ
 gemeint. Nach ein paar Tagen mit Wüstenhitze und karger Vegetation erschien uns der an Pflanzen
reiche Garten des Gästehauses wie ein Blüten-Paradies - und die Temperaturen gefielen mir, die ich
(genetisch betrachtet) wohl noch am ehesten eine "Wikingerin" bin, auch sehr gut. 




Es war uns jedenfalls nicht zu kalt, um den aus Solitaire mitgebrachten Apfelkuchen auf unserer
kleinen Terrasse zusammen mit einem Häferl Kaffee zu genießen - und ja, der Kuchen war wirklich
gut. Ob er der leckerste von ganz Afrika ist, können wir aber natürlich nicht beurteilen - er war der
einzige, den wir probierten 😉





Die nette (deutschsprachige) Dame an der Rezeption erkundigte sich nach unseren Plänen
für diesen und den folgenden Tag, um uns dann auch gleich hilfreich unter die Arme zu greifen.
Denn manch ein Ausflug, den wir uns für den nächsten Tag vorgestellt hatten, war nicht mehr zu
kriegen! Ende Oktober ist zwar noch "Vorsaison" an der Küste, aber es empfiehlt sich trotzdem,
Katamarantouren zu Seehundkolonien oder Delphinen, Rundflüge, Bootsfahrten zur Lagune von
Walvis Bay etc. per Internet oder telefonisch einige Tage im voraus zu buchen. Nach ein paar
Anrufen waren wir schon ein wenig entmutigt und nicht mehr wählerisch - und meldeten uns
schließlich für eine der wenigen noch verfügbaren Touren an, die uns ursprünglich gar nicht
besonders gereizt hat - bei der wir dann aber sehr viel zu sehen und zu erleben bekamen und
einen richtig tollen Tag verbrachten.

Was das genau war, erzähle ich euch
aber erst im nächsten Teil meines Namibia-Reiseberichtes - denn an unserem ersten Küstentag
wollten wir uns einfach nur ein bisschen in Swakopmund umsehen. Und nachdem ich das Meer
und seinen Geruch so sehr liebe, führte unser erster Weg an den Strand. (Übrigens lernten wir
bei unserer Tour am nächsten Tag auch, weshalb der Sand, den ihr auf der folgenden Collage
hinter mir seht, einen so weinroten Farbton hat...)

 
Oben rechts und unten links die "Jetty" - eins der Swakopmunder Wahrzeichen


Wie ihr seht, war der Wellengang recht rauh und der Himmel sah auch etwas dunkel drein, aber
zumindest letzteres blieb nicht die ganze Zeit so. Ich fand die Stimmung, die sich dadurch ergab,
jedenfalls ziemlich fotogen.

Apropos: Meine Kamera funktionierte ab diesem Tag wieder problemlos! Mein lieber Mann hatte
 am Vorabend im Internet recherchiert und herausgefunden, dass Nikon-D5300-Kameras ab und zu
solche Symptome zeigen und dass es dann zumeist hilft, die Kamera neu aufzusetzen. (Zum Glück
ist Herr Rostrose technisch versiert - ich hätte nämlich keine Ahnung gehabt, wem ich was wie
aufsetzen soll...) Und so war für mich ein wichtiger Teil meines Urlaubs gerettet!!! 😀

Eins der "Foto-Objekte", die uns in Swakopmund besonders gefielen, war die Jetty - eine eiserne
Seebrücke aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert, die während der vergangenen hundert Jahre
mehrmals verfiel und wieder restauriert wurde. Im Jahr 2010 wurde die Jetty in ihrer jetzigen Form
fertiggestellt und an ihrer Spitze ein Restaurant (das Jetty 1905) eröffnet.




Ebenso wie bei den oben erwähnten Ausflügen empfiehlt es sich, im Jetty-Restaurant rechtzeitig
einen Platz zu reservieren. Wir fanden an diesem Tag übrigens in gar keinem Restaurant mehr Platz,
ich gebe allerdings zu, dass wir auch nicht sehr intensiv suchten, da wir am Nachmittag ja Kuchen
gegessen hatten. Wir entschieden uns später dafür, in einem Supermarkt Brot, Käse und Wurst zu
kaufen, und mit diesem Abendessen waren wir dann durchaus zufrieden.




Auf der etwas zugigen Brücke war ich recht froh, dass ich mein zwar dünnes, aber immerhin
langärmeliges Shirt und dazu das grüne Schultertuch trug. Auf diese Weise war mir bei unserem
Spaziergang warm genug. (Übrigens entschied ich mich an diesem Tag, das schwarz-weiße Shirt
nicht zu verschenken.) Die Kormorane auf der Jetty sind Menschen gewöhnt - sie waren absolut
nicht scheu und ließen uns ganz nahe herankommen.




Als nächstes beschlossen wir, uns im Zentrum von Swakopmund ein wenig umzusehen. Hier
gibt es jede Menge interessanter Häuser aus dem späten 19. und dem frühen 20. Jahrhundert zu
besichtigen. Eines der ältesten von ihnen ist das Woermannhaus aus dem Jahr 1894, das einst der
repräsentative Sitz der Damara und Namaqua Handelsgesellschaft war. Ab 1909 ging der Besitz
an die Firma Woermann, Brock & Co über. Der 25 Meter hohe Turm, der zu dem Fachwerk-
Gebäudekomplex gehört, trägt aber noch heute den Namen Damara-Turm.


Hier seht ihr u.a. das Woermannhaus und links zwei ausruhende Kellner in der Wiese, die von Edi  als "amtierende Weltmeister 
im Synchron-Schlafen" bezeichnet wurden 😉

Ein weiteres Swakopmunder Wahrzeichen ist das Hohenzollern-Haus - eines der verspieltesten
Gebäude mit deutscher Vergangenheit in Namibia (unten). Bei seiner Fertigstellung im Jahr 1906
wurde das mit Putten, Löwen, Neidköpfen verzierte und einer Atlasfigur gekrönte Gebäude zum
ersten Hotel am Platz - mit "solider Damenbedienung" und Glücksspiel. Der Verdacht, ein
Geheimbordell zu führen, konnte niemals ganz bewiesen (aber auch niemals ganz widerlegt)
werden. Im Jahr 1912 jedenfalls wurde der Obrigkeit das Treiben zu wild und das Haus per
Erlass geschlossen. Mittlerweile sind hier Appartments untergebracht.




Swakopmund hat noch viele weitere historische Gebäude zu bieten - eine hübsche Auswahl 
davon könnt ihr euch HIER ansehen und das eine oder andere wird euch auch noch in meinen
folgenden Collagen begegnen. Wir waren jedoch an diesem Tag nicht auf gezielter Suche
nach "Besichtigungs-Objekten", sondern spazierten einfach durch die Stadt, fotografierten
da und dort Zeugen deutscher Vergangenheit (seht euch z.B. auch manche Schilder unten an -
von der Adler-Apotheke bis zum Schülerheim) und afrikanischer Gegenwart.





Auch Schaufensterbummeln und Shoppen standen an diesem Tag auf dem Programm: Herr
Rostrose sehnte sich schon seit dem Beginn der Reise nach einem Safari-Hut und hatte zwischen-
durch auch ein paar probiert, die ihm aber nicht wirklich zusagten. In einem Geschäft in Swakop-
mund wurde er jedoch fündig und erstand einen schönen Hut aus Antilopenleder für erschwingliche
440 Namibia-Dollar (etwa 32 Euro). Ich selbst probierte den Hut im Laden eher aus Spaß - doch
als ich mich damit im Spiegel sah, entschied ich, dass wir ein zweites Exemplar kaufen mussten.
Und so waren wir dann für den Rest des Urlaubes beide "gut behütet":





Ihr Lieben, ich danke euch sehr für euer "Mitreisen" - bald geht's weiter mit Teil 6 des Namibia-
Reiseberichtes, doch mein nächstes Posting wird mein erster A New Life-Beitrag des Jahres 2017
sein. Ich hoffe, ihr seid dort wieder dabei mit euer achtsamen, nachhaltigen, die Lebensqualität
verbessernden ANL-Beiträgen! Auch dieses Posting verlinke ich übrigens (u.a. wegen der nachhaltig 
genutzten Reisekleidung und der erhaltenswerten Natur) bei ANL. Ich verlinke diesen Beitrag 
außerdem bei Sunnys Um Kopf und Kragen sowie bei ihrem Schmuckkistl, bei Tinas
Freitagsoutfit und bei Sabines Aktion Outfit des Monats ...


Vielen Dank auch für eure lieben Kommentare und tröstenden Worte zu meinem vorigen Post.
Bei meiner Mutter ist nach wie vor alles unverändert. Was die Katzen betrifft, hat sich Maxwell
offenbar bei Nina angesteckt, aber bei beiden ist die Augenentzündung nun wieder am Abklingen.
Zum Thema "Russisches Wintermärchen" wird es demnächst noch einen "Nachschlag" geben!


Fotos: Herr und Frau Rostrose
Alles Liebe von eurer reiselustigen
Traude



Klicks zu den einzelnen Kapiteln des Reiseberichtes (wird regelmäßig aktualisiert):
Einleitung - Out of Africa
Namibia Teil 1 - Aufbruch nach Afrika und Ankunft in Windhoek  
Namibia Teil 2 - Kalahari-Sundowner
Namibia Teil 3 - Von der Kalahari in die Namib  
Namibia Teil 4 - Die Dünen beim Sossusvlei und Deadvlei
Namibia Teil 5 - Solitaire und Swakopmund